Belgischer TV-Anbieter wirft ARD und ZDF aus dem Programm

16. Mai 2013, 07:58
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Öffentlich-rechtliche Fernsehsender werden durch Sat.1 und ProSieben ersetzt

Brüssel/Berlin -  ARD und ZDF sind nicht mehr im digitalen Fernsehen von Belgiens größtem Telekommunikationskonzern Belgacom zu empfangen. Belgacom TV hat die beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aus seinem Angebot gestrichen. Die ARD bedauerte die Entscheidung und betonte, man habe bis zuletzt alles versucht, um zu einer Einigung zu kommen, wie eine Sprecherin mitteilte.

Statt Fernsehbildern erscheint nun auf der Belgacom-Plattform ein Text, in dem der Sender seinen Zuschauern mitteilt: "Belgacom bedauert es, der Übertragung von ARD und ZDF am 14. Mai ein Ende setzen zu müssen." ARD und ZDF wurden durch zwei andere deutsche TV-Programme - Sat.1 und ProSieben - ersetzt. Bereits seit einigen Monaten strahlt Belgacom TV auch den deutschen Sender RTL aus.

Streit um Geld

Der Hintergrund ist nach belgischen Medienberichten ein Streit ums Geld. In Belgien muss der Betreiber - in diesem Fall Belgacom TV - für die Fernsehsender, die er einspeisen möchte, zahlen. Die Forderungen von ARD und ZDF seien unverhältnismäßig hoch gewesen, so dass sie für Belgacom nicht mehr akzeptabel waren, hieß es.

"Das ARD-Gemeinschaftsprogramm 'Das Erste' ist auch weiterhin in Belgien vertreten, und zwar nicht nur über Satellit und Internet, sondern auch über die anderen Kabelnetzbetreiber des Landes", hieß es von der ARD. "Die "Abschaltung" betrifft allein den DSL-Anbieter Belgacom, mit dem wir uns nach längeren Verhandlungen nicht mehr auf eine angemessene Abgeltung unserer Rechte haben einigen können."

Deutsche Fernsehsender sind in Belgien durchaus beliebt. Vor allem im Grenzgebiet zu Deutschland sprechen viele Belgier Deutsch. Die deutschsprachige Gemeinschaft zählt rund 75.000 Mitglieder. In der EU-Hauptstadt Brüssel leben viele Deutsche.

Belgacom ist die Nummer Eins in Belgiens Telekombranche und bietet neben Festnetztelefon und Handyverträgen mit Belgacom TV auch digitales Fernsehen an. (APA, 16.5.2013)

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