Karbonhaushalt in Tundra trotz Klimawandels stabil

15. Mai 2013, 19:15
12 Postings

Studie: Struktur und Zusammensetzung des Bodens verändern sich, die gespeicherte Menge Kohlenstoff bleibt aber gleich

Santa Barbara/Wien - In der arktischen Tundra, in Sibirien, Kanada und Alaska lagern Unmengen von Kohlenstoff in den Permafrostböden - beinahe die Hälfte dessen, was weltweit in Böden gebunden ist. Im Zuge der globalen Erwärmung besteht seit langem die Angst, dass diese gigantischen Vorkommen enorme Mengen an Treibhausgasen freigegeben werden und so den Klimawandel noch verstärken könnten.

Eine Gruppe von Wissenschaftern um Seeta Sistla von der University of California in Santa Barbara haben in einer Langzeitstudie seit 1989 untersucht, wie Tundraböden in Alaska auf die Klimaerwärmung reagieren. Sie untersuchten die Veränderungen in der Fauna, der Bodenbedeckung und wie Nährstoffe ausgetauscht wurden, die Verwitterung und jegliche Abweichung in der Zusammensetzung der Böden.

Sie registrierten eine ganze Reihe an grundlegenden Veränderungen in den Permafrostböden. Die pflanzliche Biomasse wurde deutlich mehr, Gehölzer wurden dominanter. Die vertikale Verteilung und der laufende Umschlag des Kohlenstoffs im Boden veränderten sich. Zersetzungsprozesse an der Oberfläche nahmen ab, weiter unten in den mineralischen Bodenbestandteilen nahmen sie dagegen zu.

Das Ergebnis: Die Klimaerwärmung veränderte zwar die Struktur und die Zusammensetzung des Bodens. Die Menge an Kohlenstoff, die gespeichert ist, blieb aber insgesamt dieselbe. Das Ökosystem der Tundraböden blieb ausgeglichen und stabil. Das zeige, wie gut die Wechselwirkungen zwischen Boden und Pflanzen ausbalanciert seien, so die Forscher in "Nature". (pum/DER STANDARD, 16. 5. 2013)

  • In der Tundra ändern sich die Böden, scheinen aber ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher beizubehalten.
    foto: kate buckeridge

    In der Tundra ändern sich die Böden, scheinen aber ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher beizubehalten.

Share if you care.