Alaba muss singen

15. Mai 2013, 17:39
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Edgar Böhm muss gezwungen werden, in einer Séance Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen, um bei Schubert ein Lied zu bestellen

Unerklärlich bleibt die neuerliche nationale Katastrophe eines vorzeitigen Ausscheidens beim Song Contest: Natália Kelly sang nicht schlechter als die ­anderen Genies (eher im Gegenteil). Ihre Show war zwar unspektakulär, etwa im Vergleich zu Russland jedoch, das weiterkam, von affenartiger Beweglichkeit und kein Rückgriff auf das Neandertal der Ästhetik wie so manches an diesem Abend in Malmö.

Schließlich: Der Song – ­Shine – ist zwar kein Melodiewunderwerk, das sich gnadenlos im Ohr festsetzt, contestbezogen jedoch ein solides Konfektionsstück mit etwas Whitney-Houston-Schmalz, also von jener Machart, die bei Contests nicht leicht untergeht. Weitergekommen aber ist etwa Birgit aus Estland mit Et uus saaks alguse.

"Nicht unser Wettbewerb"

Mag sein: ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm meinte, es sei halt "nicht unser Wettbewerb." Solch ratlose Indifferenz wird jedoch wieder nur in das Tal der Schande führen. Es muss die Kreativabteilung des ORF also nun entschlossen zu Sondermaßnahmen greifen!

Edgar Böhm muss gezwungen werden, in einer Séance Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen, um bei Schubert ein Lied zu bestellen, das David Alaba singen müsste. Ihn kennt die Welt, das hätte Wirkmacht. Solle die Kontaktaufnahme scheitern, könnte Dieter Bohlen für Alaba schreiben.

Interessant wäre auch Udo Jürgens, der sich zieren wird. Gewänne man jedoch Christoph Waltz als Sänger, wäre auch Jürgens womöglich kompositorisch in Bewegung zu versetzen. Misslingt auch dieser Plan, müsste zumindest aus den Siegern der Amadeus-Awards ein Chor zu formen sein, der Jürgens' Siegeslied Merci, Cherie singt. Natürlich von hinten nach vorn! Alles andere wäre ja regelwidrig. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 16.52013)

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    Ihn kennt die Welt, das hätte Wirkmacht: David Alaba.

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