Ryanair will von Sparzwang profitieren

15. Mai 2013, 14:04
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Die Billigfluglinie ist zuversichtlich, wesentlich mehr Passagiere nach Griechenland fliegen zu können

Dublin - Europas größter Billigflieger Ryanair will von den Sparzwängen der Schuldenstaaten in Südeuropa profitieren. Die in Urlaubsländern wie Griechenland anstehenden Privatisierungen von Flughäfen und Liberalisierungen am Arbeitsmarkt spielten Ryanair in die Hände, sagte Vize-Konzernchef Michael Cawley in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Dadurch würden die günstigeren Rahmenbedingungen geschaffen, die das Unternehmen vor einer Investition in eine Flugroute fordert. Oft heiße es, Investitionen in solchen Ländern seien aussichtslos, sagte Cawley. "Doch das Gegenteil ist der Fall." Die Möglichkeiten seien noch nicht ausgereizt.

Athen will alte Abkommen rückgängig machen

Als Beispiel verwies Cawley auf Griechenland. Ryanair sei sehr zuversichtlich, künftig zehn Millionen Passagiere jährlich in das Land an der Ägäis zu fliegen statt der bisher nur 1,5 Millionen. Denn die Regierung versuche derzeit, alte Abkommen mit den Flughäfen rückgängig zu machen. Gerade Athen biete als Standort noch Wachstumsmöglichkeiten. Hier seien die Passagierkapazitäten noch deutlich niedriger als etwa an Ryanairs Heimatbasis Dublin. Großes Potenzial sieht der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand auch bei kleineren Flughäfen auf dem Balkan, zudem biete Israel als Reiseziel großartige Chancen.

Auch deswegen ist Ryanair zuversichtlich, trotz der Wirtschaftskrise in Europa in den nächsten Jahren schneller zu wachsen als bisher geplant. Von 2015 bis 2018 sei ein Wachstum der Passagierzahlen von jährlich mehr als acht Prozent möglich, sagte Cawley. Das wäre doppelt so viel wie im vergangenen Jahr und deutlich mehr als die erst im März ausgegebene Prognose von fünf Prozent. "Wir haben den Markt sehr konservativ eingeschätzt, am unteren Ende unserer Erwartungen", erläuterte Cawley. (APA, 15.5.2013)

  • Griechenland will die irische Billigfluglinie vermehrt anfliegen, auch auf dem Balkan und in Israel sieht das Unternehmen Potential.
    foto: epa/patrick pleul

    Griechenland will die irische Billigfluglinie vermehrt anfliegen, auch auf dem Balkan und in Israel sieht das Unternehmen Potential.

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