Bluthochdruck gilt als häufigste Todesursache

    15. Mai 2013, 13:17
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    Laut Experten der Hypertensiologie-Gesellschaft ist jeder dritte Österreicher über 25 von Bluthochdruck betroffen - nur die Hälfte weiß von der Erkrankung

    Wien - Jeder dritte Österreicher über 25 Jahren leidet an Bluthochdruck, bei Menschen über 60 sind es bereits zwei Drittel. Dennoch ist die Zahl der behandelten Patienten niedrig, denn "die Österreicher unterschätzen ihr persönliches Risiko", erklärte Bruno Watschinger, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie, bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Wien.

    Bluthochdruck oder Hypertonie ist immer noch die häufigste Todesursache - 9,4 Millionen Menschen weltweit sterben jährlich an den Folgen. "Und das, obwohl Bluthochdruck gut behandelbar ist", so Watschinger.

    Vor allem einige Folgeerkrankungen der Hypertonie, wie etwa Vorhofflimmern oder Herzrhythmusstörungen, würden häufig unterschätzt, meint Watschinger. Problematisch sei jedoch nicht nur die hohe Mortalität, auch etwa sieben Prozent der "Disability Adjusted Life Years" (DALY), also der nicht gesund oder mit Behinderung verbrachten Lebensjahre, sind auf Bluthochdruck zurückzuführen. Studienergebnisse zeigen zudem einen Gesundheitsverlust durch Hypertonie von 15 bis 20 Prozent bei Patienten über 50 Jahren.

    Nur etwa die Hälfte weiß von ihrer Erkrankung

    In Österreich gibt es rund 2,4 Millionen Hypertoniker , doch nur etwa die Hälfte weiß auch von ihrer Erkrankung. "Bluthochdruck ist ein stiller Killer", sagt Robert Zweiker, von der klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Graz. Treten dann doch Beschwerden auf, liegt meistens bereits eine Folgeerkrankung vor. So etwa Vorhofflimmern, das Ursache für ein Fünftel aller Schlaganfälle ist. "Das Problem ist, ein Drittel aller Patienten bemerkt es nicht", erklärte Zweiger. Denn das Flimmern mache sich oft nur als schleichende Belastbarkeitseinbuße bemerkbar. "Unser Ziel ist es, dass es gar nicht erst so weit kommt", so Zweiger zusammenfassend.

    Doch auch Menschen, die von ihrer Erkrankung wissen, würden diese nicht immer ernst nehmen, betont Watschinger. Schätzungen gehen von rund 800.000 regelmäßig behandelten Bluthochdruck-Patienten aus, davon seien nur etwa 80.000 gut und ausreichend therapiert. "Der internationale Vergleich zeigt, dass sich die Situation in den letzten Jahren nur wenig gebessert hat", so der Präsident der Hypertensiologie-Gesellschaft.

    Erhöhte Gefäßsteifigkeit mit zunehmenden Alter

    Dabei reduziere eine Senkung des Blutdrucks unter den Zielwert von 140/90 mmHg das Risiko für einen Herzinfarkt um etwa ein Viertel, das Schlaganfallrisiko um 35 bis 40 Prozent und die Risiken für Herz- und Niereninsuffizienz um über die Hälfte. "Jeder Österreicher sollte seine Blutdruckwerte kennen", appelliert Watschinger.

    Auch das Alter der Gefäße und der Bluthochdruck korrelieren miteinander, wie Thomas Weber, Leiter der Hypertonieambulanz des Klinikums Wels-Grieskirchen und Vizepräsident der Gesellschaft für Hypertensiologie ausführt. "Die zunehmende Gefäßsteifigkeit ist die Hauptursache von Bluthochdruck bei älteren Menschen", so Weber. Doch auch jüngere Menschen können von verfrühter Gefäßalterung betroffen sein.

    Das effektive Gefäßalter lässt sich mittlerweile über die Messung der Pulswellengeschwindigkeit ermitteln. Im Gegensatz zu früheren, aufwändigeren Verfahren erfolgt die Messung hier ebenfalls über die einfache Blutdruck-Manschette. "Erhöhte Gefäßsteifigkeit kann häufig auch durch die Änderung des Lebensstil in Form von Gewichtsreduktion, Training oder Rauchstopp behandelt und so das Risiko für Bluthochdruck gesenkt werden", erklärt Weber. (APA/red, derStandard.at, 15.5.2013)

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      Bluthochdruck ist gut behandelbar - trotzdem sterben etwa 9,4 Millionen Menschen weltweit jährlich an den Folgen von Hypertonie.

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