Krankenkassenabschluss: Nur SVA im Minus

15. Mai 2013, 12:39
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Kassen-Ergebnis gegenüber Februar-Voranschlag weiter verbessert

Wien - Österreichs Krankenkassen haben im vergangenen Jahr bei einem Gesamtbudget von 15,4 Mrd. Euro einen Überschuss von 182 Millionen Euro erzielt. Das geht aus dem am Mittwoch vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorgelegten vorläufigen Endergebnis hervor. Gegenüber der vorläufigen Erfolgsrechnung aus dem Februar bedeutet dies eine weitere Verbesserung um 44 Mio. Euro. Für 2013 rechnen die Krankenkassen nun mit einem Plus von rund 59 Mio. Euro (Februar-Voranschlag: 31 Mio. Euro).

Im Minus war 2012 lediglich die Sozialversicherungsanstalt (SVA) der gewerblichen Wirtschaft mit einem negativen Saldo von 8,9 Mio. Euro. Unter den Gebietskrankenkassen waren Wien (+53,4 Mio. Euro), Oberösterreich (+10,8), Steiermark (+39,9), Kärnten (+12,2) und Salzburg (+15,9) im Plus. Niederösterreich, Burgenland, Tirol und Vorarlberg verzeichneten eine schwarze Null. Positiv schlossen auch die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (+33,3) sowie die Versicherungsanstalten öffentlich Bediensteter (+19,4) und für Eisenbahn und Bergbau (+4,2) ab.

Im Februar 2012 war über alle Kassen gesehen das Plus noch mit 66 Mio. Euro veranschlagt worden, im Mai stapelten die Kassen mit erwarteten 24 Mio. Euro sogar noch tiefer. Im August hoffte man dann auf 73 Mio. Euro, im November auf 106 Mio. Euro, und im Februar 2013 138 Mio. Euro. Das tatsächliche Ergebnis von 182 Mio. Euro ist niedriger als 2011, als 240 Mio. Euro geschafft wurden.

Schuldenabbau weiter fortgeschritten

Für 2013 geht der nunmehrige Voranschlag von einem positivem Saldo der 19 Krankenversicherungsträger von 58,5 Mio. Euro aus. Einige Träger könnten demnach ins Minus rutschen, nämlich die GKKs in Kärnten und Tirol sowie neben der SVA der gewerblichen Wirtschaft auch die Versicherungen der öffentlich Bediensteten und für Eisenbahn und Bergbau.

Der Schuldenabbau bei den Krankenkassen ist im Vorjahr weiter fortgeschritten. Außer der Wiener Gebietskrankenkasse mit 182,3 Mio. Euro an Verbindlichkeiten waren laut am Mittwoch veröffentlichten Zahlen für 2012 alle Kassen schuldenfrei. Ein Jahr zuvor hatte der Schuldenstand noch 280 Mio. Euro betragen, neben der WGKK waren damals auch die Kassen in Kärnten und der Steiermark betroffen.

Hauptverbands-Chef Hans Jörg Schelling zeigte sich in einer Aussendung zufrieden. Das Ergebnis 2012 und die Prognose für das laufende Jahr seien umso beachtlicher, wenn man bedenke, dass trotz der kürzlich beschlossenen Gesundheitsreform und des damit eingeleiteten Kostendämpfungspfades in Höhe von 1,372 Milliarden Euro bis zum Jahr 2016 seitens der Krankenkassen im selben Zeitraum über 5,6 Milliarden Euro mehr in das heimische Gesundheitssystem und damit an Mehrleistungen für die Versicherten fließen werden, stellte er fest.

Für die SVA der gewerblichen Wirtschaft betonte Obmann-Stellvertreter Peter McDonald, dass man 2012 und 2013 positiv bilanzieren würde, hätte es nicht Eingriffe des Gesetzgebers zur Budgetkonsolidierung gegeben. (APA, 15.5.2013)

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    Krankenkassen im Plus

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