Novomatic verdient prächtig

15. Mai 2013, 12:30
26 Postings

Der Glücksspielkonzern will nun Geld mit Online- und Mobile-Spielern machen

Wien/Gumpoldskirchen - Der niederösterreichische Glücksspielriese Novomatic AG hat im Vorjahr einen Gewinn von 194,3 Millionen Euro erzielt. In der Novomatic Gruppe - dazu gehören neben der Novomatic AG die Schwesterkonzerne ACE Casino Holding AG und Gryphon Invest AG in der Schweiz - stieg das Vorsteuerergebnis um 9,1 Prozent auf 359 Millionen Euro.

Der Umsatz der Gruppe lag bei 3,23 Milliarden. Beschäftigt wurden weltweit 19.000 Mitarbeiter.

Keine Offshore-Aktivitäten

Laut Novomatic AG hat man Steuern in Höhe von 140 Millionen Euro an die Republik gezahlt Der Konzern mit 129 Tochtergesellschaften betreibe "keinerlei Offshore-Aktivitäten, das ist Konzernrichtlinie; Steuern werden bezahlt, wo Umsatz lukriert wird", sagte Finanzvorstand Peter Stein am Mittwoch.

Vorstandschef Franz Wohlfahrt sagte, die duale Strategie des Konzerns als Automatenbauer und -betreiber werde weiter forciert, zudem will der Konzern im Online- und Mobil-Spielemarkt Fußfassen - "ein operativer Betrieb ist ab Anfang 2014 möglich".

Mit Kauf online punkten

Wohlfahrt sprach von einem "sukzessiven Ausbau" der Aktivitäten am Online- und Mobile-Gaming Markt; Lizenzen haben die Niederösterreicher dafür aber bisher erst in Italien und im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein. Auch in Großbritannien würden Partner mit einer entsprechenden Lizenz bereits Novomatic-Technologie nachfragen.

Ein Teil der Kunden würde von "offline zu online" switchen, es gebe ein zusätzliches Potenzial an Spielern "die schon jetzt 'grau' online spielen und nicht zuletzt hofft man auf neue Zocker der Altersgruppe 20 bis 35. Strategisch wurden dahin gehend kürzlich 50,1 Prozent der burgenländischen I-New (New Unified Mobile Solutions AG) erworben. Nun entstehe das neue Novomatic-Segment "Mobile Gaming".

Derzeit laufen Verhandlungen um Kooperationen mit Mobilfunkgesellschaften, zu denen sich Wohlfahrt nicht näher äußern wollte. Ein Verhandlungsaschluss mit den Mobilfunkanbietern sei aber bis Herbst möglich. "Anfang 2014 ist es möglich, dass wir operativ tätig werden", so Wohlfahrt.

Wunsch nach laxer Gesetzesnovelle

Er betonte, dass bei Unterhaltungsspielen keine Konzession nötig sei. Bei Glücksspielen werde man sich "wo nötig um Lizenzen bewerben, ansonsten Spiele als B2B-Partner lizenzieren", so der Vorstandschef, der sich für eine EU-weite Harmonisierung der Regeln für "Dienstleistungen im Online- und Mobile-Gamingbereich" aussprach.

"In Österreich darf derzeit nur die Lotterien GmbH wegen der Monopol-Konzession mobiles Glücksspiel anbieten", kritisierte Wohlfahrt. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir Novomatic-Spiele bei der Lotterien GmbH lizenzieren; Gespräche gibt es da aber keine, wir hoffen auf eine Gesetzesnovelle, wie wiederholt angekündigt."

Spielerverhalten überwachen

Der Online-Glücksspielmarkt solle ebenso EU-weit geregelt werden. "Alle Spielsysteme sollten einheitlich erfasst werden", so der Novomatic-Vorstandschef. Eine Regulierung nach Vorbild der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland und Kärnten müsse erfolgen; in Wien und der Steiermark warte man noch auf eine strenge Regulierung etwa mit Zutrittskontrollen, denn ein regulierter Markt sei der "einzig sinnvolle".

Online könne man beispielsweise mit einem Register vorgehen, das unter anderem das Einzahlungsverhalten des Spielers überwacht. Auch eine Spielerkarte mit ID-Nummer sei vorstellbar, Zusammenarbeit mit Kreditkartenunternehmen bzw. Finanzdienstleistern unabdingbar. "Online lässt sich dank der technischen Möglichkeiten leichter regulieren als normales Spiel", so Wohlfahrt.

Umsatzplus

Zurück zum abgelaufenen Geschäftsjahr der Novomatic AG: Wie berichtet kletterte der Umsatz der Novomatic AG um 10,8 Prozent auf 1,54 (1,39) Milliarden Euro. Das Ebitda kletterte um 8,2 Prozent auf 531 Millionen Euro. Mit 70.000 produzierten Spielautomaten kletterte deren Zahl genauso um 15 Prozent wie die Zahl der Mitarbeiter weltweit auf 13.352, davon 2.655 in Österreich. (APA, 15.5.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Novomatic-Chef Wohlfahrt will den "sukzessiven Ausbau" der Aktivitäten am Online-Markt.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gute Nachrichten für Novomatic-Gründer Johann Graf.

Share if you care.