Gewinneinbruch für die Kärntner Raiffeisenbanken

15. Mai 2013, 12:16
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Die Verluste der RBB Klagenfurt sind für das schlechte Gesamtergebnis verantwortlich, Fusion mit RLB noch nicht vollzogen

Klagenfurt - Die Kärntner Raiffeisenbanken haben im vergangenen Jahr einen kräftigen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) fiel von 34,5 Millionen Euro (2011) auf 21,3 Millionen Euro. Bei der Bilanzpressekonferenz der Raiffeisen-Landesbank (RLB) erklärte Vorstand Gert Spanz dieses Minus mit den Verlusten der Raiffeisen-Bezirksbank (RBB) Klagenfurt. Das Institut musste von der Landesbank übernommen werden, nachdem es tief in die roten Zahlen gerutscht war.

Die RBB Klagenfurt hatte unter der Pleite des Krumpendorfer Finanzdienstleisters AvW schwer gelitten. Sie war als Depotbank für die AvW-Genussscheine in den Anlegerskandal rund um den Finanzjongleur Wolfgang Auer-Welsbach geraten, der zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. Der Oberste Gerichtshof hat zwar ein Ersturteil aufgehoben und an die erste Instanz zurückverwiesen, in dem AvW-Opfern Entschädigungen durch die RBB zugesprochen wurden. Die Verfahren sind laut Vorstandssprecher Peter Gauper nach wie vor anhängig. Wie viel die Causa AvW Raiffeisen letztlich wirklich kosten wird, ist völlig unklar, die Bandbreite der kolportierten Zahlen reicht von Null bis 450 Millionen Euro.

RBB weitgehend eingegliedert

Die RBB wurde im vergangenen Jahr weitestgehend in die Landesbank eingegliedert. "Der organisatorische Teil ist abgeschlossen", sagte Gauper. Derzeit werde geprüft, wie die Fusion der beiden Institute durchgeführt werden soll, ein genauer Termin dafür steht noch nicht fest. Ohne die Probleme der RBB wäre das EGT 2012 gleich hoch ausgefallen wie im Jahr davor, erklärte Spanz.

Die Bilanzsumme der Kärntner Raiffeisenbanken ist 2012 um rund 370 Millionen Euro geschrumpft und betrug 7,7 Milliarden Euro. Der Rückgang ist laut Vorstand weitgehend auf Reduzierungen bei Wertpapierforderungen zurückzuführen, man habe vor allem Staatsanleihen abgebaut. Die Eigenkapitalquote betrug 14,16 Prozent, die Kernkapitalquote lag bei 11,34 Prozent. Gesteigert wurde die Anzahl der Kunden, und zwar um 1.600. Die Kundeneinlagen stiegen um 0,6 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, die Ausleihungen stagnierten bei 3,8 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr rechnet Vorstand Georg Messner angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus damit, dass man das Ergebnis von 2012 halten wird können. Eine Steigerung sei nicht in Sicht, meinte er. Das Zinsniveau sei zwar gut für Kreditkunden, "aber es ist nicht gut für die Sparer und auch nicht für uns", so Messner, der auch Kritik an den zahllosen Regularien übte, die Basel III mit sich bringen würde. (APA, 15.5.2013)

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