Premier rudert in Sachen Japans Vergangenheit zurück

15. Mai 2013, 11:17
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Abe korrigiert nach Kritik aus China und Südkorea Äußerungen über offizielle Entschuldigung von 1995

Tokio - Angesichts zunehmender Kritik aus China und Südkorea an Japans Umgang mit seiner Kriegsvergangenheit versucht sich der rechtskonservative Regierungschef Shinzo Abe in Schadensbegrenzung. Er korrigierte am Mittwoch seine vorherigen Äußerungen und stellte sich im Haushaltsausschuss laut Medienberichten voll hinter eine offizielle Entschuldigung für Japans Kriegsaggressionen durch seinen sozialdemokratischen Vorgänger Tomiichi Murayama.

Auf dessen berühmte Erklärung von 1995 haben sich bisher alle Nachfolgeregierungen berufen. Abe hatte jedoch Ende April im selben Ausschuss erklärt, seine Regierung stehe nicht unbedingt hinter der gesamten Murayama-Erklärung. Dies hatte auch in Washington Sorgen ausgelöst.

In seiner Erklärung hatte sich der damalige Premier Murayama anlässlich des 50. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs in Ostasien für Krieg und Kolonialherrschaft bei den asiatischen Nachbarlandern. Diese Erklärung ist offiziell bis heute die Haltung der japanischen Regierung zur Kriegsvergangenheit.

Abe, der im Dezember nach einem furiosen Wahlsieg der Liberal-Demokraten wieder an die Macht kam, hat sich eine ausgesprochen konservativ-nationalistische Agenda gesetzt. So will er die Bürden des Pazifismus', dem sich Japan nach dem Zweiten Weltkrieg verpflichtet sah, abwerfen und die Rolle Japans im Krieg weniger bedauernd sehen. (APA, 15.5.2013)

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