Der Abgang des fünften Stadtmusikanten

15. Mai 2013, 10:25
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Esel, Hund, Katze, Hahn bleiben in Bremen - Schaaf nicht mehr Trainer von Werder

Bremen - Werder Bremen hat sich - einvernehmlich, wie es seitens des Klubs hieß - von Thomas Schaaf getrennt, der 5119 Tage (mehr als 14 Jahre) lang als Cheftrainer diente. In diese Spanne fielen ein Meistertitel (2004) und drei Cupsiege. "Ich hatte hier eine außergewöhnliche Zeit, mit positiven Erlebnissen und großen Erfolgen. Ich möchte mich bei allen bedanken" sagte Schaaf. Am Vormittag hatte er sich von der Mannschaft verabschiedet. Zu dieser zählen auch vier Fußballprofis aus Österreich: Zlatko Junuzovic, Sebastian Prödl, Ersatzgoalie Richard Strebinger und der suspendierte Marko Arnautovic.

40 Jahre Werder

Der 52-jährige Schaaf, seit 1972 im Verein tätig (zunächst als Spieler) und beliebt wie die Stadtmusikanten, wird im Auswärtsspiel in Nürnberg nicht mehr auf der Bank sitzen. Bewerbsübergreifend saß er 644 Mal. Als Nachfolger werden Mehmet Scholl, Holger Stanislawski (Köln), Stefan Effenberg, Norbert Meier (Düsseldorf), der Österreicher Ralph Hasenhüttl (Aalen) und sogar Felix Magath gehandelt. Werders neuer Sportdirektor Thomas Eichin hielt sich bei einer Pressekonferenz bedeckt: "Es wird ein Trainer von außen kommen, einer, der hier nicht jeden Stein kennt."

Das Ende der Ära Schaaf hatte sich abgezeichnet. Werder konnte erst am Wochenende durch ein 1:1 gegen Frankfurt den Klassenerhalt sichern. "Wir haben unsere sportliche Entwicklung analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir einen Neuanfang wagen wollen", sagte Eichin. "Das war kein Rücktritt, aber auch kein Tribunal, sondern eine gemeinsame Entscheidung." Schaaf hätte bei Werder noch einen Vertrag bis 2014. So harmonisch dürfte es freilich nicht zugegangen sein. Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer hatte zuletzt mehrere Finger in die tiefen Wunden gelegt. "Wir sind nicht glücklich mit den Einkäufen der letzten Zeit." Er könnte Arnautovic gemeint haben.

Salzburger Immobilien

Schaaf wird mit Red Bull Salzburg in Zusammenhang gebracht. Angeblich soll er bereits eine Immobilie gekauft haben, was freilich auch an der Schönheit der Stadt liegen könnte - wobei die Zentrale in Fuschl hochoffiziell dementiert (nicht die Immobilie). "Es gab keinerlei Kontakte zu Schaaf." Roger Schmidt, der "nicht zurück zu Paderborn will" , hat bis 2014 unterschrieben. Das ist prinzipiell ein Grund, aber in Salzburg kein Hindernis. (red, DER STANDARD, 16.5.2013)

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    Trotz Klassenerhalts kam für Thomas Schaaf schon vor Saisonschluss das Ende als Werder-Trainer.

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