Österreichs Wirtschaft nahe der Rezession

15. Mai 2013, 11:33
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Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte in den ersten drei Monaten des Jahres gegenüber dem Vorquartal

Wien - Österreichs Wirtschaft steckt bereits seit einem Jahr in der Stagnation und ist Anfang 2013 nur knapp einer Rezession entgangen. Auch im ersten Quartal blieb das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) praktisch unverändert - bereits zum vierten Mal in Folge -, das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sprach am Mittwoch von einem Nullwachstum im Quartalsabstand. Die Nachfrage der privaten Haushalte sei weiter schwach gewesen, ebenso die Investitionstätigkeit der Firmen. 

Hoffnung auf globale Konjunktur

Österreichs Wirtschaft wird sich nur langsam erholen, sagte Wifo-Expertin Sandra Bilek-Steindl. Wie rasch und in welchem Ausmaß dies möglich sei, hänge sehr stark vom internationalen Umfeld ab. Dieses Umfeld präsentiert sich nicht allzu rosig. Das Wachstum von Österreichs Haupthandelspartner Deutschland sei im ersten Vierteljahr mit 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal sehr niedrig und schwächer als erwartet ausgefallen, meinte Bilek-Steindl.

Auch von anderen großen Euro-Staaten kämen negative Einflüsse. So schaue es in Italien "etwas schlechter" aus. Dort sackte das Bruttoinlandsprodukt von Jänner bis März gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent ab. Italiens Wirtschaft ist damit bereits das siebente Vierteljahr hintereinander geschrumpft. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone schrumpft damit schon seit sieben Quartalen in Folge und damit so lange wie noch nie seit Beginn der Statistik 1970.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone steckt heuer insgesamt in der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 17-Ländern schrumpfte zwischen Januar und März um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Neben den großen Mitgliedsländern gab es auch bei den kleinen kaum Positives zu vermelden. Das BIP in den Niederlanden sank um 0,1 Prozent. Portugals Wirtschaft schrumpfte um 0,3 Prozent, die spanische um 0,5 Prozent zum Vorquartal. Auch der Krisenstaat Griechenland dümpelt weiter im Konjunkturtief. Das BIP sank unbereinigt um 5,3 Prozent zum Vorjahresquartal.

Blick zurück macht Sorgen

Zuletzt hatte es in Österreich im ersten Quartal 2012 ein nennenswertes reales Quartalswachstum in Höhe von 0,5 Prozent gegeben, danach bewegte sich das BIP jeweils zwischen +0,1 im 2. Quartal und -0,1 Prozent im 4. Quartal, also um die Nulllinie. Im Jahresabstand schrumpfte das heimische BIP jetzt im ersten Quartal sogar um 0,6 Prozent real, nach noch 0,7 Prozent Zuwachs im 4. Quartal 2012.

Konsum stagniert

Der Konsum der privaten Haushalte habe von Jänner bis März erneut stagniert, der öffentliche Konsum habe sich dagegen gegenüber der Vorperiode um 0,5 Prozent erhöht. Für die gesamten Konsumausgaben resultiert damit laut Wifo eine leichte Zunahme um 0,1 Prozent im Quartalsabstand.

Bei den betrieblichen Investitionen stellte das Wifo auch im ersten Quartal eine Zurückhaltung fest. Die Nachfrage nach Anlageinvestitionen ging demnach real um 0,5 Prozent zurück. (APA, 15.5.2013)

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    Zuletzt hatte es vor einem Jahr ein nennenswertes reales Quartalswachstum gegeben.

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