Österreich lässt Kroaten später auf Arbeitsmarkt

15. Mai 2013, 08:17
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Österreich schöpft die höchstmögliche Übergangsfrist von sieben Jahren aus

Zagreb - Bei der Europäischen Kommission hat noch kein EU-Land die Arbeitsmarktbeschränkung für Kroaten nach dem Beitritt des Landes am 1. Juli bekannt gegeben. Doch wie bei der Osterweiterung 2004 und 2007 sind Restriktionen auch für Kroatien zu erwarten. Österreich wird die Übergangsfristen von insgesamt sieben Jahren für den freien Zugang auf den österreichischen Arbeitsmarkt voll ausschöpfen, hieß es auf Anfrage aus dem Außenministerium in Wien.

Eine entsprechende Novelle zum Ausländerbeschäftigungsgesetz ist seit Mitte April gültig.

Hohe Arbeitslosigkeit

Die ersten zwei Jahre der Übergangsfrist bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit seien schon im Anhang zum Beitrittsvertrag Kroatiens enthalten, so das Ministerium. Eine Notifikation an die Kommission müsse für den Aspekt der Freizügigkeit in bestimmten Dienstleistungsbereichen, also der Entsendung von Arbeitskräften im Rahmen des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs (betrifft geschützte Sektoren, die im Beitrittsvertrag aufgezählt werden) vor Inkrafttreten des Vertrags am 1. Juli erfolgen.

Umgekehrt erwartet das kroatische Arbeitsministerium keinen merklichen Zufluss von Arbeitskräften aus EU-Ländern nach Kroatien: Arbeitsminister Mirando Mrsic sagte, dass der kroatische Arbeitsmarkt wegen der hohen Arbeitslosigkeit im Land nicht allzu attraktiv sei. Kroatien verlassen werden nach Ansicht des Ministers auch nicht mehr Kroaten als bisher. Trotz Arbeitsmarktbeschränkung hätten Saisonarbeiter und gut ausgebildete Kader aus Kroatien auch bisher Beschäftigung in EU-Ländern gefunden, so Mrsic. (APA, 15.5.2013)

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    Kroaten können nicht so bald auf den heimischen Arbeitsmarkt.

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