Umstrittenes Wehrmachts-Gedenken ohne Bundesheer

15. Mai 2013, 13:55
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Veranstalter von Fallschirmjäger-Gedenken in Steiermark kündigen "Grußbotschaft" des Bundesheers an - Ministerium: "Entzieht sich unserer Kenntnis"

Am Mittwochabend fand das alljährliche Gedenken der Wehrmachts-Fallschirmjäger in der steirischen Gemeinde Gniebing-Weißenbach statt. Im Zentrum der traditionellen Veranstaltung stand das Gedenken an den Überfall der Wehrmacht auf Kreta im Jahr 1941, der unter maßgeblicher Beteiligung österreichischer Soldaten stattfand. Auch der Kampf der Wehrmacht gegen alliierte Einheiten im Frühjahr 1945 wird alljährlich gefeiert. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder der "heldenhafte" Einsatz der Fallschirmjägereinheiten betont – heuer gaben sich die Veranstalter gemäßigter: "Österreich ist frei" lautete das Motto, offiziell stehe die Unterzeichnung des Staatsvertrags am 15. Mai 1955 im Mittelpunkt. Die Veranstalter, unter anderem die Kameradschaft vom Edelweiß, waren jedoch dieselben.

Teilnahme untersagt

In den vergangenen Jahren hatten immer wieder Bundesheersoldaten in Uniform an der Feier teilgenommen. Es sei BundesheersoldatInnen "nach ausführlicher Prüfung" jedoch untersagt, an der Gniebinger Veranstaltung in Uniform teilzunehmen, heißt es auf derStandard.at-Anfrage im Verteidigungsministerium.

Die Teilnahme an Veranstaltungen, bei denen Wehrmachtseinheiten geehrt werden, ist Bundesheerangehörigen laut einem Erlass des Verteidigungsministeriums verboten.

Verwirrung um "Grußbotschaft"

Für Verwirrung sorgte heuer jedoch, dass die Veranstalter in ihrer Einladung stolz auf eine "Grußbotschaft Bundesheer" verwiesen. Im Verteidigungsministerium wusste man davon nichts. Warum die Einladung eine Grußbotschaft erwähnte, "entzieht sich unserer Kenntnis", sagte Ministeriumssprecher Robert Rauter auf derStandard.at-Anfrage, eine solche Botschaft "wird es nicht geben".

Im Vorfeld des heurigen Treffens kam es zu einer "Schändung" des Fallschirmjägerdenkmals in Gniebing durch anonyme linke AktivistInnen, die danach unter dem Nick "Kretas Rache" ein Bekennerschreiben auf der Online-Plattform "Indymedia-Linksunten" publizierten: Sie gaben an, zwei auf dem Denkmal befindliche "griechische Gefäße, welche bei den Überfällen auf Kreta mit Erde befüllt und entwendet wurden", von den "Nazis zurückgeklaut" zu haben. "Sowohl Gefäß als auch die enthaltene Erde befinden sich bereits auf verschiedensten Wegen zurück nach Kreta", hieß es. (Maria Sterkl, derStandard.at, 15.5.2013)

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