Grüne in Tirol: Im schwarzen Schatten

Kommentar14. Mai 2013, 19:01
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Und was bleibt den Grünen? Zunächst einmal: Arbeit

Kleine Koalitionspartner haben es generell nicht leicht, sich zu profilieren – schon gar nicht auf Landesebene. Das wissen natürlich auch die Exponenten von ÖVP und Grünen in Tirol: Landeshauptmann Günther Platter sitzt nun wieder fest im Sattel. Die grünen Regierungsmitglieder Ingrid Felipe und Christine Baur dürfen sich zwar in den nächsten Tagen einer gewissen Medienpräsenz erfreuen, aber im Regelfall wird das Land doch durch den Herrn Landeshauptmann repräsentiert werden.

Und was bleibt den Grünen? Zunächst einmal: Arbeit, auch wenn diese am Anfang unbedankt sein wird. Die neuen Landesrätinnen müssen erst einmal die Verwaltung kennenlernen, die Fallen im bürokratischen System erkunden und umgehen, sich als Chefinnen behaupten. Auch das ist eine eher undankbare Beschäftigung, noch dazu, wo Basis und Medien rasch Ergebnisse sehen wollen.

Alte Rolle

Dabei muss man gerecht sein: Eines der wichtigsten Ergebnisse der Regierungsverhandlungen ist ja, dass man weniger zu sehen bekommt – weniger Umweltbelastung, weniger Naturzerstörung, weniger Diskriminierung. Da haben die Grünen ihre alte Rolle als Verhinderer gut gespielt.

In die künftige Rolle als Gestalter, korrekterweise: Gestalterinnen, müssen sie erst hineinwachsen. Im Schatten von Günther Platter sollte das gelingen – und irgendwann wird aus dem schwarzen Schatten das eine oder andere grüne Projekt herauswachsen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 15.5.2013)

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