Einkommen in Österreich trotzen der Krise

Wie in der gesamten OECD stagnierte die Kluft zwischen Arm und Reich auch in Österreich, das im besten Viertel zu liegen kommt

Paris/Wien - Die Krise hat sich negativ auf die am Markt erzielten Haushaltseinkommen der Industriestaaten ausgewirkt. Durch die größeren Einbußen für untere Einkommensschichten hat sich die Ungleichheit in den OECD-Ländern seit 2007 deutlich vergrößert: Allerdings wurde ein deutliches Aufgehen der Schere mithilfe staatlicher Gegenmaßnahmen kompensiert, geht aus einer neuen Untersuchung der Industriestaatenorganisation hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Gemessen wird die Ungleichheit am sogenannten Gini-Koeffizienten, bei dem ein Wert 0 hieße, dass alle Einwohner eines Landes gleich viel verdienen, der Höchstwert 1, dass einer Person das gesamte Einkommen des Staates auf sich vereint. Österreich zählt mit einem Gini-Wert von 0,267 im Jahr 2010 zu den Ländern, in denen die Einkommen relativ gleich verteilt sind. Geringfügig besser schneiden skandinavische Länder sowie Belgien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei ab. Der OECD-Durschnitt liegt bei 0,313. Werte jenseits der 0,35 weisen Israel, die USA, Türkei, Mexiko und Chile auf. Der langfristige Trend zeigt, dass die Einkommensverteilung in den Industriestaaten seit Mitte der 1980er-Jahre kontinuierlich auseinanderklaffte, seit Ausbruch der Krise aber konstant blieb. Zieht man die staatlichen Transfers ab, betrachtet also die reinen Markteinkommen, ist der Gini-Koeffizient in den OECD-Ländern seit 2007 deutlich gestiegen. Am stärksten ging dabei die Schere in den Krisenländern Irland und Spanien auf. Auch Estland, Ungarn, Japan und Griechenland verbuchten unter Ausblendung der öffentlichen Eingriffe ein höheres Einkommensgefälle. Verbesserungen erzielten hier nur Polen und die Niederlande.

Krise trifft Ärmere stärker

Die Krise hat nach dieser Untersuchung untere Einkommensschichten stärker getroffen als obere. Erstere verloren von 2007 bis 2010 jährlich 1,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, letztere 0,8 Prozent. Die Einbußen im untersten Segment waren in Spanien mit 14 Prozent im Jahr am größten, während die Top-Ten-Prozent nur ein Prozent verloren. In Österreich stagnierten die niedrigsten Einkommen, während die obersten zwei Prozent zulegten.

Werden die zehn Prozent der besten Verdiener mit dem untersten Einkommenszehntel verglichen, verdient das Topsegment in allen Industriestaaten das Zehnfache der untersten Schicht. In Mexiko kommt die Oberschicht auf den 29-fachen Wert, in Dänemark auf den fünffachen. Österreich liegt auch hier mit dem Faktor 5,9 unter jenen Staaten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich am kleinsten ist. Wie beim Gini zeigt sich auch in dieser Berechnung in Chile, den USA und in der Türkei nach Mexiko das größte Gefälle. In Europa hat Spanien, wo das oberste Zehntel das 13-Fache der untersten zehn Prozent verdient, die ungleichste Verteilung.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch OECD-Berechnungen zur Armut, von der jeder mit weniger als 50 Prozent des Medianeinkommens betroffen ist. Hier kam es in den Industriestaaten seit 1995 zu einem deutlichen Anstieg von 9,4 auf 11,1 Prozent. Den schlechtesten Wert weist hier Israel (20,9) vor Mexiko, der Türkei, Chile und den USA (17,4) auf. Die niedrigste Armut gibt es nach dieser Statistik in Tschechien mit 5,8 Prozent. Österreich liegt mit 8,1 Prozent auf Platz elf. (as, DER STANDARD, 15.5.2013)

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Interessante Manipulationsmethode.

oesterreich sollte erfolgreiche und gut verdienende personen ausweisen. dann wuerde die armut in osterreich sinken! :-)

sollten sich oesterreichische erfolgsgeschichten wie red bull oder Porsche mehren, steigt die armut gemaess dieser berechnung in oesterreich.

Da werden sicher

auch wieder nur Einkommen aus Lohnarbeit zum Vergleich herangezogen, weil es keine Daten über Kapital- und Immobilieneinkommen gibt, nicht? Bitte nur mehr Studien veröffentlichen, die alle Einkommen berücksichtigen. Aber vor allem dazuschreiben! Sonst geht die Diskussion immer nur über Lohnempfänger und die Leute mit Vermögen reiben sich die Hände...

wunderbarer Vergleich

keine Aussage über die Qualität der Leistung, warum verdienen die unteren 10 % so wenig, warum das oberste zehntel soviel und wie sieht es dazwischen aus.
Möglich, dass ??% der untersten gehaltsebene nicht mal einen Pflichtschulabschluß haben und auch nur in Teilzeit arbeiten, möglich dass 90% der obersten Einkommensschicht sind Akademiker mit 90 Stunden Jobs, dann kann u.U die Differenz ok sein - schade nur wenns umgekehrt ist und die Blöden + Faulen auch noch spitze verdienen.

Ja ja, wir Österreicher liegen faul auf der Lederhosenhaut oder was?

und kriegen dafür auch noch immer mehr Geld obwohl es allen anderen so schlecht geht. Wers glaubt...

ich behaupte ja, daß die kluft zwischen arm und reich in österreich deshalb geringer ist als in anderen staaten

weil bei uns selbst die "armen" im vergleich zu den wirklich armen in anderen ländern reich sind.

ein armer österreicher würde in chile oder mexiko an der schwelle zum obersten drittel kratzen.

Der Titel ist allerdings falsch

die Realeinkommen trotzen nicht wirklich der Krise !! Die Einkommensverteilung nach Steuern und nach Transferzahlungen bleibt aber zumindest gleich.Erwähnenswert sind die Niederlande wo sich die Einkommensverteilung bessert und Dänemark,wo es sich dramatisch verschlechtert.

Mit solchen Falschmeldungen

macht man Politik zugunsten der Abzocker!

Dann poste doch einen link zu den wahren zahlen.

wenn ein vollzeittachinierer ein Achtel - ein zehntel von einem produktiven workoholic bekommt

sind die zahlen wahr genug

was ist falsch am OECD Bericht???

falsch ist der oecd-bericht nicht - erweckt aber einen falschen eindruck (z.B. durch: "...ist der Gini-Koeffizient in den OECD-Ländern seit 2007 deutlich gestiegen.")
-> schaut man auf die oecd-datenbank kann man erkennen, dass das nur bei krisenländern wie spanien, portugal der fall ist - wo gleichzeitig auch die arbeitslosenrate anstieg....daten sollten halt auch richtig dargestellt/interpretiert werden....

na ja - nicht so ganz.....der Gini Koeffizient ist auch in Deutschland und Dänemark

-als Beispiel - schlechter geworden - österreichist beim Einkommensgini tatsächlich fast stabil (wobei ich nicht sicher sein kann ob Einkommen aus Kapitalertrag durch die Kest wirklich in der Analyse klar dargestellt werden- vorsichtig gesagt--ehrlich gesagt : natürlich NICHT- wie auch bei einer Quellensteuer :-))))
der Vermögens - Gini ist dagegen in Österreich extrem hoch im OECD Schnitt (nicht so wie USA und Schweiz natürlich !!!)

BEAMTE und PENSIONOISTEN, das sind die Einzigsten, die ständig mehr und mehr bekommen! Auf Kosten der Jungen (Schulden!)

Während wiir medial gegen ein paar Handvoll tatsächlich überbezahlte Banker und Manager aufgehusst werden saugt uns ein Heer von massiv überbezahlten Beamten und -pensionisten die Brieftaschen leer!

KAUFKRAFTgewinn/-verlust in % 1998-1012:

ARBEITER

unterste 10 Prozent -40
mittlere Einkommen -12
oberste 10 Prozent -1

ANGESTELLTE

unterste 10 Prozent -8
mittlere Einkommen 0
oberste 10 Prozent 0

BEAMTE

unterste 10 Prozent +20
mittlere Einkommen +23
oberste 10 Prozent +16

Und eine mittlere Beamtenpension beträgt bereits 2.800,- Euro!!!

Und da fragen sich die Österreicher, warum die Steuern ständig erhöht werden müssen! Die Mitesser saugen den Wirt aus!

Frank Stronach bitte kommen und diesen dekadenten Stall ausmisten!

Und der Stronach kommt jetz und schon funktionierts?

Vielleicht deswegen weil er den Beamten direkt sein eigenes Geld zusteckt und die dadurch nicht mehr so gut bezahlt werden müssen um gegen Korruption gewappnet zu sein...

Wo nehmen sie diese "Statistik" her und was verstehen sie unter einem mittleren Beamten.

Mein Schwiegervater ist Abteilungsleiter bei Wiener Wohnen aber von der Pension(wohl eher Ruhegenu´ß) hat er maximal feuchte Träume

eine quelle wäre nett...

was jetzt nicht bedeutet, dass ich die zahlen grundsätzlich anzweifle...

was ist mit Stronach?

Beamten: ständige Kürzungen , Nullohnrunde

biennial Sprünge? oder so ähnlich

Das gibts, aber die gelten nichtmal die Inflation ab.

Dazu kommt noch dass der Startgehalt so schlecht ist, dass man die ersten 10Jahre sehr wenig verdient.Und wegen einer Gehaltserhöhung kann man zu niemand gehen.

was genau

symbolisiert das foto? ich dachte so, die tracht weist auf zwei clicheeösterreicher hin, und einer ist reich, der andere arm, sie saufen zamm, und sind im bsoffn ummaliegen auf augenhöhe. geringste kluft also. oder stelt das was sie anhaben, die kluft dar? ;) mit einkommen ist hier wohl nicht gehalt gemeint..

se homa anfoch irgend a jpg file gnuma :D

Das sind zwei Tiroler Jungbauern, denen der Gemeinderat soeben 3 ha in Bauland umgewidmet hat. Jetzt trotzen sie der Krise.

Erste und entscheidende Frage bei der Empirie

wer hat die Studien bezahlt?

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