Niederösterreich will mehr "Startwohnungen" bauen

14. Mai 2013, 16:58
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Sobotka plant verstärkte Förderung von maximal 55 Quadratmeter großen Mietwohnungen, dafür gibt es bis zu 20 Prozent höhere Förderungen

Grundsätzlich fördert die ÖVP mindestens so gerne die Schaffung von Wohneigentum wie die Errichtung von Mietwohnungen – das wurde nicht zuletzt im Zuge der jüngsten Wohn-Diskussion klar, als die JVP mit entsprechenden Plänen vorpreschte und maßgebliche Vertreter der ÖVP diese später vollinhaltlich unterstützten. Niederösterreichs Wohnbaulandesrat Wolfgang Sobotka (ÖVP) will nun aber auch wieder den Mietwohnungssektor im Land unter der Enns ein wenig stärken - und greift daher ausgerechnet eine der aktuellen Forderungen der Sozialistischen Jugend (SJ) auf: "Mehr Startwohnungen für junge Menschen."

Startwohnungen

"Viele junge Menschen wollen als Startwohnung nur schnell eine kleine und günstige Wohnung für sich", erklärte Sobotka am Dienstag. Das Land wolle auf diese Anforderungen nun mit der Förderschiene "Junges Wohnen" reagieren, die er gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten und JVP-NÖ-Abgeordneten Bettina Rausch vorstellte.

"Gemeinnützige Bauvereinigungen sollen Wohnungen errichten beziehungsweise sanieren, die maximal 55 Quadratmeter groß sind und nur in Miete vergeben werden", so Sobotka. Die Altersbeschränkung bei der Vergabe dieser Wohnungen werde bei 35 Jahren liegen. "Um dieses Vorhaben kostengünstig umsetzen zu können, müssen auch die Gemeinden ihren Teil dazu beitragen und entsprechende Baurechtsgrundstücke bereitstellen", so der Wohnbaulandesrat, dessen Plan es ist, dass bis Ende 2015 innerhalb dieser Förderschiene 1.000 Wohneinheiten zur Verfügung stehen. Damit das auch so kommt, gibt es ein "Zuckerl" für die Wohnbaugenossenschaften: "Wenn alle Kriterien erfüllt sind, kann man 20 Prozent mehr Wohnbauförderung beanspruchen." 

Rund 900 freie Wohnungen

So große Probleme mit der Wohnungsversorgung wie in Wien gibt es in Niederösterreich freilich bis dato nicht: Rund 900 geförderte Wohnungen hat das NÖ Wohnservice derzeit im Angebot, darauf wies Sobotka vor wenigen Tagen auf dem Verbandstag der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft in St. Pölten ausdrücklich hin. Grundsätzlich habe man also "genug Wohnungen in Niederösterreich" - allerdings "vielleicht halt nicht konkret dort, wo sie gerade jemand braucht", räumte Sobotka ein. (red, derStandard.at, 14.5.2013)

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