Opernhaus von Florenz löst Ballettgruppe auf

14. Mai 2013, 12:45
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119 Personen ohne Job - Strenge Einsparungen, um 27 Millionen Euro Schulden zu reduzieren

Florenz - Das Florentiner Theater "Maggio Musicale Fiorentino", dessen Orchester unter der Leitung des Stardirigenten Zubin Mehta steht, stürzt wegen seiner hohen Verschuldung immer tiefer in die Krise. Der Sonderverwalter Francesco Bianchi, der im Auftrag der italienischen Regierung die Führung des krisengeschüttelten Theaters übernommen hat, um es zu sanieren, hat die Schließung der renommierten Ballettgruppe des Opernhauses beschlossen. 119 Personen verlieren somit ihren Job, berichteten italienische Medien am Dienstag.

"Ich bin geschockt und enttäuscht. Vor drei Jahren hätte man die Ballettgruppe schließen müssen. Heute ist sie nach einer tief greifenden Umstrukturierung zu einem Spitzenelement des Theaters aufgerückt. Ich habe akzeptiert, für die Hälfte des Gehalts meiner Vorgänger zu arbeiten und das sind die Resultate", kommentierte der Direktor der Ballettgruppe, Francesco Ventriglia, empört.

Umsatz muss um zwei Millionen pro Jahr gesteigert werden

Insgesamt droht 500 MitarbeiterInnen des Opernhauses von Florenz der Jobverlust, nachdem die Verschuldung des namhaften Theaters auf 27 Millionen Euro gestiegen ist. Zur Rettung des Opernhauses müssen die Ausgaben stark gekürzt und der Umsatz um zwei Millionen Euro pro Jahr gesteigert werden, berichteten italienische Medien. Der italienische Dirigent Riccardo Muti hatte kürzlich einen Appell an die Politik gerichtet, das "Maggio Musicale Fiorentino" zu retten.

In den vergangenen Monaten wurden bereits die Gagen der Dirigenten um 15 Prozent reduziert. Die MitarbeiterInnen des Theaters wurden aufgerufen, auf einen Teil ihrer betrieblichen Abfertigung zu verzichten, was für das Opernhaus Einsparungen in Höhe von 2,2 Millionen Euro bedeuten würde. Die Regierung um Mario Monti hatte mit milliardenschweren Sparpaketen die Ausgaben im öffentlichen Bereich stark gekürzt. Mehrere Kultureinrichtungen, Stiftungen und Institute sollen ab sofort nicht mehr vom Staat finanziert werden. Die Regierung von Montis Nachfolger Enrico Letta, die seit zwei Wochen im Amt ist, kündigte an, die Kulturausgaben wieder leicht erhöhen zu wollen. (APA, 14.5.2013)

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