Bank Austria sieht weiter schwache Konjunktur

14. Mai 2013, 11:37
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Wien - Die anhaltenden Verunsicherungen in Europa, insbesondere die Zypern-Krise, haben der Konjunkturerholung einen Dämpfer verpasst. Der Bank-Austria-Konjunkturindikator ist im April auf das Niveau vom Jahresbeginn zurückgefallen. Die Konjunkturflaute werde auch im zweiten Quartal anhalten, prognostizieren die Ökonomen des Instituts. "Denn Investitionen und Konsum schwächeln im aktuellen Umfeld und die Inlandsnachfrage bleibt die Achillesferse der österreichischen Wirtschaft", so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl am Dienstag in einer Aussendung.

Belebung aufgeschoben

Das Bild, das sie zeichnen, ist nicht gerade rosig: Aufgrund der von Unsicherheiten geprägten Rahmenbedingungen hielten sich die Unternehmen mit Erweiterungsinvestitionen zurück. Der private Konsum leide unter den ungünstigen Arbeitsmarkttrends. Die Exporte würden aufgrund der flauen Konjunktur in vielen europäischen Ländern nur moderat wachsen. Angesichts der anhaltenden Schwäche der Inlandsnachfrage sei die ursprüngliche Wachstumseinschätzung für das zweite Quartal 2013 von 0,5 Prozent zu optimistisch.

Mit einer Belebung der österreichischen Wirtschaft rechnen die Experten erst in der zweiten Jahreshälfte. "Die Aussichten sind günstig, dass die österreichische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte mit Unterstützung aus dem Ausland einen verspäteten Konjunkturfrühling erleben wird und dabei die schwächere Entwicklung der vergangenen Monate teilweise aufholen kann", so der Chefökonom der Bank, Stefan Bruckbauer. Trotzdem hat das Institut die Prognose für 2013 leicht auf 0,7 Prozent reduziert. "2014 sollte Österreichs Wirtschaft jedoch wieder mit 1,6 Prozent wachsen können."

Leitzins dürfte bleiben

Eine weitere Leitzinssenkung der EZB wird nicht erwartet. Die Experten gehen davon aus, dass der Leitzins bis Ende des Jahres unverändert auf 0,5 Prozent bleibt.

Die Inflationsrate liegt in Österreich zwar über dem Durchschnitt der Eurozone, ist aber auf Talfahrt. Noch im Verlauf des zweiten Quartals werde sie unter die 2-Prozent-Grenze sinken, prognostizieren die Ökonomen. (APA, 14.5.2013)

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