Geringes Schiefergas-Potenzial in Österreich

27. Mai 2013, 13:37
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In Europa spielen unkonventionelle Gasvorkommen - insbesondere Schiefergas - im Gegensatz zu den USA noch keine bedeutende Rolle

In Europa spielen unkonventionelle Gasvorkommen - insbesondere Schiefergas - im Gegensatz zu den USA noch keine bedeutende Rolle. Geht es nach einer Studie von A.T. Kearney, könnte sich das aber langfristig ändern. Eine Schiefergasrevolution wie in den USA erwarten die Experten aber in Europa aber nicht, sie sprechen von einer "Schiefergas-Evolution". "Europa verfügt über rund 7 Prozent der weltweit abbaubaren Schiefergasvorkommen", betonte Studienleiter Kurt Oswald von A.T. Kearney in einer Aussendung am Montag. Dies entspreche 13.600 Mrd. Kubikmeter Gas. Zum Vergleich: In der EU ging der Gasverbrauch 2011 um fast ein Zehntel auf 448 Mrd. Kubikmeter zurück.

Laut der Studie könnte der Anteil an der Gasförderung in Europa (exklusive Norwegen) bis zum Jahr 2035 auf 45 Prozent oder 58 Mrd. Kubikmeter jährlich steigen bzw. ein Zehntel des Gasverbrauchs erreichen. Als größte Förderländer werden Polen und die Ukraine gesehen, währen das Potenzial in Österreich als gering eingeschätzt wird. Weltweit steigt der Anteil der Schiefergasförderung um rund 8 Prozent pro Jahr - bis 2035 sollen dann rund 13 Prozent der globalen Gasförderung aus Schiefergasquellen kommen - im Jahr 2009 waren es noch weniger als 3 Prozent.

Als Haupttreiber für diese Entwicklung werden die USA, die bis zum Jahr 2021 zum Nettogasexporteur aufsteigen könnten, und der asiatisch-pazifische Raum gesehen. China habe mit 36.100 Mrd. m3 Schiefergas "die weltweit größten technisch förderbaren Ressourcen", so die Studie. Bis 2020 soll rund ein Zehntel der chinesischen Gasförderung aus Schiefergas abgedeckt werden.

Der Studie zufolge kämpft Europa im Vergleich zu den USA mit hohen Bohrkosten. "Die Schiefergasförderung ist in Europa noch nicht wirtschaftlich", betonte Oswald. In den meisten Ländern werde die Schiefergasförderung erst ab 2017/18 ökonomisch sinnvoll. "Das Geschäft mit dem Schiefergas ist ein langfristiges, kapitalintensives und dadurch auch risikoreiches Projekt", warnte Oswald. (APA, 14.5.2013)

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