Agrana verdient mit Zucker gut

14. Mai 2013, 12:03
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Das operative Ergebnis stieg leicht auf 236,9 Millionen Euro, die Hälfte davon liefert der Bereich Zucker

Wien - Der börsenotierte Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende Februar) sein Konzernjahresergebnis mit 156,5 (155,7) Millionen Euro stabil gehalten. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg im Vergleich zum Jahr davor leicht auf 236,9 (232,4) Millionen Euro, davon lieferten 119,1 Millionen Euro das Segment Zucker, 72,6 Millionen Euro der Geschäftsbereich Stärke und 45,2 Millionen Euro der Bereich Frucht.

Wenig Bewegung im Kartellverfahren

Die EU-Wettbewerbshüter haben der Agrana im April einen Besuch abgestattet. "Am 23. April gab es bei den Unternehmen Nordzucker, Südzucker und Agrana in unserem Auftrag Hausdurchsuchungen", wird ein Sprecher der EU-Wettbewerbsbehörde in der Presse zitiert. Die Agrana bestätigt das. "Wir haben eine blütenreine Weste", betonte Agrana-Finanzvorstand Walter Grausam am Dienstag. Die Ermittler hätten den Agrana-Firmensitz ohne Beweisstücke verlassen.

Das laufenden Kartellverfahren in Österreich gegen Agrana zieht sich hingegen seit zweieinhalb Jahren in die Länge: Die Zuckerkonzerne Südzucker und ihre österreichische Beteiligung Agrana sollen sich laut Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zwischen 2004 und 2008 mit einem anderen Anbieter den Zuckermarkt per Absprachen aufgeteilt haben. Die Wettbewerbshüter haben in diesem Zusammenhang bereits im Jahr 2010 beim Kartellgericht einen Bußgeldantrag gegen Agrana in der Höhe von 27,85 Millionen Euro gestellt.

Teurer Zucker

Der Umsatz legte aufgrund höherer Absatzmengen um 18,9 Prozent auf 3,065 Mrd. Euro zu und knackte damit erstmals die 3-Milliarden-Marke. Reorganisationsmaßnahmen in Europa im Geschäftsbereich Frucht sowie Rückstellungen aufgrund aufgedeckter Unregelmäßigkeiten bei einer mexikanischen Tochtergesellschaft belasteten das Betriebsergebnis (Ebit) mit minus 19,1 Mio. Euro, teilte der in Wien börsenotierte Konzern am Dienstag im Vorfeld der Bilanzpressekonferenz ad hoc mit. Das Ebit (nach Sondereinflüssen) verringerte sich auf 217,8 (231,0) Mio. Euro.

Den Aktionären wird der Vorstand erneut eine Dividende von 3,60 Euro je Aktie vorschlagen. Für 2011/12 hatte die Agrana die Dividende kräftig von 2,4 auf 3,6 Euro/Aktie erhöht.

Die operative Marge lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 7,7 Prozent unter dem Niveau von 2011/12 mit 9,0 Prozent. Agrana führt dies auf den "überproportionalen Umsatzanstieg" zurück. "Höhere Absatzmengen in allen drei Segmenten sowie ein höheres Verkaufspreisniveau bei Quotenzucker trugen wesentlich zur erneut hohen Profitabilität bei", heißt es in der Mitteilung. (APA, 14.5.2013)

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