Venezuela: Regierungskritischer TV-Sender verkauft

16. Mai 2013, 15:15
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Neue Besitzer wollen sich inhaltlich auf die Mitte der Gesellschaft zubewegen

Caracas - Nach dem Verkauf des privaten Fernsehsenders Globovision in Venezuela soll die politische Ausrichtuing des Programms geändert werden. Globovision sei bereits verkauft, hieß es am Montag auf der Website des Senders. Die neuen Besitzer heißen Juan Domingo Cordero, Raul Gorrin und Gustavo Perdomo. Einer der neuen Manager, der Journalist und Moderator Leopoldo Castillo, kündigte vor Journalisten an, die politische Ausrichtung des Senders werde sich auf die Mitte der Gesellschaft zubewegen, um Zuschauer und Werbekunden zu behalten.

"Globovision, wie wir es kannten, Globovision, wie wir es die vergangenen zwölf Jahre erlebt haben, ist nicht das, was wir künftig sehen werden", hob Castillo hervor. Mit ihm übernimmt Vladimir Villegas die Führung des Senders. Er ist der Bruder von Informationsminister Ernesto Villegas, der sich zusehends zu einem Kritiker der Regierung des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro entwickelt.

Reden von Oppositionskandidaten ausgestrahlt

egen seiner kritischen Haltung gegenüber der Reguierung war der Sender immer wieder Kritik ausgesetzt. Vor der Präsidentschaftswahl im April hatte Globovision Reden und Versammlungen des Oppositionskandidaten Henrique Capriles live übertragen. Der Sender hatte sich bei den Anhängern des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez unbeliebt gemacht, als während des Putsches im Jahr 2002 jegliche Berichterstattung über Demonstrationen gegen die Putschisten unterbunden und statt dessen den ganzen Tag Zeichentrickserien gezeigt wurden.

Vor dem Putsch hatte der Sender manipuliertes Bildmaterial gesendet, das belegen sollte, dass Anhänger der Regeirung das Feuer aus eine Gegendemonstration eröffnet hätten. Der Beitrag des Reporters Luis Alfonso Fernández wurde damals sogar mit dem Journalismuspreis des spanischen Königs ausgezeichnet. Fernández selbst räumte später allerdings ein, er habe Videosequenzen bewusst falsch zusammengestellt.

Armeesender gefordert

Maduro forderte unterdessen die Armee auf, einen eigenen Fernsehsender zu gründen. Mit einem modernen landesweiten Programm sollten die Streitkräfte den Venezolanern zeigen, "was sie machen, was sie erleben", sagte Maduro am Montag bei der Einweihung eines neuen Infanteriestützpunktes in Caracas. "Euer Leben ist ein beispielhaftes Leben", sagte der Präsident zu den Soldaten. Der neue Kanal solle neben Dokumentationen und Talkshows aber auch Filme und Serien zeigen. (red/APA, 14.5.2013)

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