Nach erstem Titel für Katar droht Pariser Kater

13. Mai 2013, 19:22
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Ancelotti zieht es nach Madrid, der PSG-Präsident will den Italiener halten. Sein Abgang könnte auch Stars zum Abwandern bewegen

Lyon/Paris - Rund 380 Millionen Euro hat der Staatsfond Qatar Sport Investment seit 2011 in den Klub Paris St. Germain gesteckt. Jetzt kann Klubchef Nasser Al-Khelaifi dessen Besitzer, Kronprinz Thamin bin Hamad al Thani, die Mindestdividende präsentieren. Der erst 1970 gegründete Klub sicherte sich mit einem 1:0 beim ehemaligen Serienmeister Olympique Lyon zwei Runden vor Schluss den dritten Meistertitel nach 1986 und 1994.

Bei Superstar Zlatan Ibrahimovic war die Freude darob nur kurz durch einen Dopingtest getrübt, der ihn mehr als 20 Minuten auf der Toilette festhielt. "Ich habe mich neun Monate auf diese Party vorbereitet. Und dann das. Das ist verrückt", sagte der 31-jährige Schwede, der in 32 Ligaspielen 27 Tore erzielt hatte und in der Nacht auf Montag zusammen mit David Beckham in Pariser Klubs recht ausschweifend gefeiert haben soll.

Davor war noch recht ernsthaft über die Trainerfrage diskutiert worden. Carlo Ancelotti, der schon mit dem AC Milan und Chelsea Meister war, soll heftig von Real Madrid umworben werden. Der 53-Jährige aus der Romagna, nach Viertelfinal-Pleiten im Cup und im Ligacup heftig kritisiert, soll mit neuen Millioneneinkäufen bei der Stange gehalten werden und bis spätesten 2016 die Champions League nach Paris holen. " Ich hoffe, dass er bleibt. Er hat mir eine Menge geholfen und mir den Rückhalt gegeben", sagte Ibrahimovic, dessen Verbleib auch von jenem Ancelottis abhängig sein könnte. 

"Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen. Er hat noch nicht mit mir gesprochen. Wir versuchen aber, ihn zu halten", sagte Al-Khelaifi. Sehr wohl jedoch gab es Kontakt mit Real-Geschäftsführer Jose Angel Sanchez. "Vor einigen Tagen rief er mich an und wollte mit mir über Ancelotti sprechen. Ich habe ihm schnell gesagt, dass er beachten soll, dass Carlo noch ein Jahr Vertrag bei uns hat", sagte Al-Khelaifi der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe".

Feierärger

Während die PSG-Spieler in einem exklusiven Klub der französischen Hauptstadt die Nacht zum Tag machten und die Fans den ehrwürdigen Prachtboulevard Champs-Elysées in eine rot-blaue Partymeile verwandelten, wurde die offizielle Meisterfeier am Montag von Randalieren gestört. Auf dem Trocadéro-Platz in Sichtweite des Eiffelturms durchbrachen Chaoten die Sicherheitsabsperrungen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch ein Bus mit Touristen soll ausgeraubt worden sein, eine Bootsfahrt der Mannschaft auf der Seine wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. (sid/lü, DER STANDARD, 14.5.2013)

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    Zlatan Ibrahimovic stemmte David Beckham, dann musste er zwecks Dopingprobe austreten.

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