Die Festivalgurke ist scharf

13. Mai 2013, 17:57
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"Umgraben" ist Thema des Festivals der Regionen

Eferding - Mit 38 Kunst- und Kulturprojekten beackert das oberösterreichische Festival der Regionen heuer in Eferding unterschiedliche Felder - von Saisonarbeit, Migration, Gemüse über zeitgenössische Musik inmitten reger Chor-Kultur bis hin zu austrofaschistischer oder nationalsozialistischer Vergangenheit.

Immerhin impliziert das Thema "Umgraben" ja auch ein Graben in den Untiefen des gleichermaßen von Bürgertum und Landwirtschaft geprägten Bezirks. Hannes Stelzhamer etwa baut eine kinetische Skulptur, die Einzelteile des ersten Traktors der Gegend - der Steyr 80 - als Ausgangsmaterialien hat.

Anna K. Lackner und Siegfried A. Fruhauf bearbeiten mittels Hörstück ländliche Leerstände. Lisa Kortschak widmet sich filmisch der Schauspielerin Nora Gregor, die mit dem Heimwehrführer und Austrofaschisten Ernst Rüdiger Starhemberg verheiratet war. Dessen Familie lebt nach wie vor im Stammhaus in Eferding, das betreffende Schloss ist einer der Festivalschauplätze. Dort sind unter anderem Erwin Wurms Gurken-Bearbeitungen ausgestellt.

Auch eine Festivalgurke gibt es - als Giveaway in einer Auflage von 2000 Stück: Eine im Glas eingelegte Essiggurke, jeweils umschwebt von Chilischoten. Es werde sich wohl im Laufe des Festivals zeigen, wie scharf und strittig die Projekte tatsächlich sind, so der künstlerische Leiter Gottfried Hattinger. Er sehe sich weder als Provokateur noch als Beschwichtiger.

Eröffnet wird das Festival am 7. Juni mit der aus der Steiermark stammenden Performancegruppe Rabtaldirndln und einem Konzert der jungen Eferdinger Band Fotzhobl. (wkh, DER STANDARD, 14.5.2013) 

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