Neuer Musiktheaterpreis ohne Staatsoper

13. Mai 2013, 14:24
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Das Wiener Haus verzichtete auf Teilnahme - Suche nach Namen für Auszeichnung läuft

Wien - Er heißt nun doch nicht "Goldener Papageno" und die Wiener Staatsoper ist nicht dabei: Der neue österreichische Musiktheaterpreis, der am 5. Juni im MuTh-Konzertsaal der Wiener Sängerknaben im Augarten verliehen werden soll, hat mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Zum einen habe die Linzer Reimann Akademie darauf hingewiesen, seit 2011 einen Jugendtheaterpreis namens "Papageno Award" zu verleihen, zum anderen habe Staatsopern-Direktor Dominique Meyer auf das ihm eingeräumte Recht verzichtet, Produktionen seines Hauses einzureichen, hieß es heute, Montag, bei der Präsentation der Nominierungen in zehn Kategorien.

Mit beiden Umständen könne er gut leben, versicherte Volksopern-Ensemblemitglied Karl-Michael Ebner, der in Zusammenarbeit mit der Solistenvereinigung der Volksoper Wien Idee und Konzept des Preises entwickelt hat, im Gespräch. Für einen neuen Namen habe man zwar bereits einige Ideen, möchte aber auch die Öffentlichkeit einbinden: Bis 27. Mai kann man Vorschläge einsenden. Die Nicht-Teilnahme der Staatsoper ermögliche dagegen, die Breite des heimischen Musiktheaterschaffens in den Bereichen Oper, Operette, Musical und Ballett besonders zu betonen, so Ebner, der freilich nichts dagegen hätte, wenn Meyer nach einer allfälligen gelungenen Premiere des Preises seine Haltung ändern würde.

Stadttheater Klagenfurt auch nicht dabei

Auch das Stadttheater Klagenfurt ist nicht dabei: Der dortige neue Intendant verzichtete darauf, Produktionen seines Vorgängers zu einzureichen. In Innsbruck, wo es ebenfalls einen Intendantenwechsel gab, nahm man das Einreichungsrecht dagegen sehr wohl in Anspruch. Auch nicht auf die Nominierungsliste haben es freie Produktionen geschafft: Einreichen konnten nur alle österreichischen Bundes-, Landes- und Stadttheater. In der zweiten Auflage des Preises soll es jedenfalls auch eine Kategorie für die "Beste Off-Produktion" geben. Die Einreichungen (die sich auf die Saison 2011/2012 beziehen) wurden von einer 18-köpfigen Jury (darunter Ioan Holender, Harald Serafin, Georg Springer, Hilde Zadek, Achim Freyer und Renato Zanella) bewertet und daraus je drei Nominierungen destilliert. Bereits jetzt steht mit Kammersänger und Volksopern-Ehrenmitglied Peter Minich der Gewinner der Lebenswerk-Kategorie fest.

Für die "Beste Männliche Hauptrolle" sind Sebastian Holecek (Volksoper), Stephane Degout (Theater an der Wien) und James Rutherford (Opernhaus Graz) nominiert, für die "Beste Weibliche Hauptrolle" Marlis Peterson (Theater an der Wien), Jennifer O'Loughlin (Volksoper) und Gal James (Opernhaus Graz) nominiert. Die "Beste Regie" lieferten entweder Stefan Herheim ("Carmen" in Graz), Amelie Niedermeyer ("Wozzeck" am Salzburger Landestheater) oder Torsten Fischer ("Telemaco" am Theater an der Wien), für die "Beste Musikalische Leitung" sind Dennis Russel Davies ("Der Rosenkavalier" am Landestheater Linz), Rene Jacobs ("Telemaco" am Theater an der Wien) und Johannes Fritzsch ("Elektra" in Graz) nominiert. Um die "Beste Gesamtproduktion" rittern das Theater an der Wien mit "The Turn of the Screw", das Tiroler Landestheater mit "La Wally" und Raimundtheater/Ronacher mit "Woyzeck".

Der "Erste Österreichische Musiktheaterpreis" wird ohne Subventionen, aber mit Unterstützung der Sponsoren Schoeller Münzhandel und Szigeti Sekt durchgeführt. Zur Überreichung gelangen bei der Gala am 5. Juni Skulpturen, die von Sabine Kappitz und Wilhelm Willisch angefertigt wurden. Sie zeigen - den Vogelfänger Papageno. (APA, 13.5.2013)

 

Nominierungsliste unter www.musiktheaterpreis.at

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