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Intuition als Risikofaktor

24. Mai 2013, 13:44

Intuition ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft. Zugleich ist sie Risikofaktor Nummer 1 für Unternehmen und Organisationen, so eine weltweite Umfrage unter Risk-Managern.

In einer viel beachteten Rede der IBM CEO Ginni Rometty, die sie vor wenigen Wochen vor dem Council of Foreign Affairs in New York hielt, prognostizierte die Informatikerin, dass "Predictive Analytics" – also vorhersehende Analysemethoden – Instinktentscheidungen in Wirtschaft und Politik ablösen werden. Warum? Erstens weil wir es heute aus technologischer Sicht könnten und zweitens weil wir dazu gezwungen sind, so die Unternehmenschefin.

Die Komplexität der Welt nimmt zu, die Anzahl der Daten steigt und eines der größten Risiken dabei ist der Mensch, der aus dem Bauch heraus entscheidet. Rometty führte eine weltweite Umfrage unter Risk-Managern an, die ergab, dass das Nummer-1-Riskio für Unternehmen "Entscheidungen auf Basis von Intuition der Geschäftsführung" sind.

Intuition versus Mathematik

Intuition ist unbestritten eine wichtige menschliche Eigenschaft und eine Strategie Komplexität zu reduzieren. Die Frage ist allerdings, ob es vertretbar ist, dass unsere Welt auf den unbewussten psychologischen Mechanismen und dem Instinkt einiger weniger Entscheidungsträger basiert.

Die Wissenschaft beschreibt das Hauptproblem dabei als "anchoring bias." Hierbei handelt es sich um die Tendenz, bei Entscheidungen zu stark auf einige, wenige Informationen zu setzen, und zwar jene die man bereits verinnerlicht hat. Ein Arzt schließt von zwei oder drei Symptomen auf eine Diagnose – und schließt dabei unbewusst Anzeichen aus, die auf eine andere Diagnose deuten können.

Technologie, und insbesondere der Einsatz von intelligenten Analysemethoden, erlaube es uns hingegen - evidenzbasiert - auch das zu sehen, was nicht auf der Hand liegt, so Rometty.

30 Prozent weniger Verbrechen in Memphis

Die Polizei in Memphis beispielsweise stand vor der Herausforderung, den Kampf gegen die steigende Anzahl von Verbrechen mit einem sehr beschränkten Budget bestreiten zu müssen – einfach mehr Polizisten einzustellen und so mehr Präsenz auf den Straßen zu zeigen, war daher keine Option und die lokale Polizeidirektion musste einen anderen Zugang wählen, um dem Problem Herr zu werden.

Sie entwickelten gemeinsam mit Wissenschaftern der University of Memphis ein System namens Blue CRUSH ("Crime Reduction Utilizing Statistical History"). Mithilfe ausgefeilter Analysemethoden konnte die Polizei damit "Hotspots" von Verbrechen lokalisieren, indem Faktoren wie die Art der Verbrechen, aber auch der Wochentag, die Uhrzeit, Täter- und Opferprofile berücksichtigt wurden.

So konnten Muster erkannt werden, die der Intuition von Polizei-Generationen bisher verborgen geblieben waren. Beispielsweise dass die Anzahl von Vergewaltigungen in 24-Stunden-Shops ohne öffentliche Telefonanlage exorbitant höher war, als in Shops mit Telefon. Die daraus resultierende Maßnahme war gleichermaßen simpel wie effektiv: in 24-Stunden-Shops wurden öffentliche Telefone installiert, die Anzahl von Verbrechen ging um 30 Prozent zurück.

  • IBM CEO Ginni Rometty vor dem Council of Foreign Affairs in New York
    foto: ibm

    IBM CEO Ginni Rometty vor dem Council of Foreign Affairs in New York

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