Retigabin führt langfristig zu Blaufärbung der Finger

13. Mai 2013, 13:01
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Kontrolluntersuchungen der Patienten sind erforderlich

Das Antiepileptikum Retigabin, das als Trobalt®  im Handel erhältlich ist, zeigt laut einer aktuellen Meldung der amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) Langzeitnebenwirkungen in Form von Blauverfärbungen der Finger sowie retinalen Pigmentveränderungen.

Die Blauverfärbungen der Finger traten bei 6,3 Prozent einer Langzeit-Studienpopulation (38 von 605 Patienten) im Mittel nach 4 Jahren auf (0,8−7 Jahre). Es ist noch unklar, ob die Veränderungen reversibel sind und ob auch Sehstörungen auftreten können (die Retina wurde bisher nur bei 36 Patienten untersucht). Retigabin ist derzeit auf dem deutschen Markt nicht verfügbar, da die vertreibende Firma GlaxoSmithKline (GSK) es ein Jahr nach der Einführung zunächst wieder vom Markt genommen hat, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) keinen Zusatznutzen anerkannte. Die in Deutschland und Österreich derzeit mit Trobalt® behandelten Patienten beziehen es über die internationale Apotheke.

Inklusive Augenuntersuchung

Patienten, die Retigabin einnehmen, wird empfohlen ihre behandelnden Ärzte aufsuchen. Umgekehrt sollten  behandelnde Ärzte ihre Patienten kontaktieren. Die Patienten sollten gründlich auf die beschriebenen Veränderungen hin untersucht werden, inklusive einer ausführlichen ophthalmologischen Untersuchung.

Nach einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung, ist es Aufgabe der Mediziner abzuklären ob Retigabin unter regelmäßigen klinischen Kontrollen weiterhin eingenommen oder schrittweise abgesetzt werden sollte. Wie grundsätzlich bei Antiepileptika, ist von einem abrupten und überlegten Absetzen der Retigabin-Therapie abzusehen. (red, derStandard.at, 13.5.2013)

Literatur

Potiga (Ezogabine): Drug Safety Communication - Linked To Retinal Abnormalities And Blue Skin Discoloration; Food and Drug Administration (FDA) vom 28. April 2013.

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