Lobbyist will Geld für heimischen EKZ-Deal

13. Mai 2013, 09:59
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Kroatischer Ex-Außenminister Granic lobbyierte für von Österreichern geführtes Einkaufszentrum Westgate

Zagreb - Das von Österreichern finanzierte und geführte Unternehmen Shopping City Zagreb (SCZ), das eines der größten Shoppingcenter Kroatiens ("Westgate") bei Zagreb betreibt, ist mit einem Lobbyisten im Clinch. Der ehemalige kroatische Außenminister Mate Granic fordert laut der Zeitung Vecernji list 500.000 Euro für Lobbying-Dienste. Der neue SCZ-Geschäftsführer, Architekt Otto Baric Jr., will hingegen nicht zahlen.

Wichtiger Kanalbau

Das Shoppingcenter Westgate wurde zum Teil auf staatlichem Grund gebaut. Granic lobbyierte laut eigenen Angaben dafür, dass es zu einem Tausch zwischen den Betreibern und dem Staat kam: Kanäle unter dem Center gegen den Bau von neuen Kanälen für das staatliche Wasserunternehmen Hrvatske vode. Weiters habe er dafür gesorgt, dass das Shopping Center den Status eines "besonderen Interesses der Republik Kroatien" bekomme, der nach den Lokalwahlen im Mai erteilt werden solle.

Otto Baric Jr., Sohn des gleichnamigen Fußballtrainers, wunderte sich gegenüber der Zeitung über die hohe Summe. Weder habe er die Auftragserteilung noch einen Vertrag zwischen Granic und der früheren Geschäftsführung gesehen. Was so viel kosten soll, wisse er nicht, sagte Baric. "Vielleicht ist es auch besser so", kommentiert er. Granic wollte "Vecernji list" gegenüber keine Details seiner Tätigkeit für SCZ nennen.

Das Einkaufszentrum Westgate wurde 2009, kurz nach Ausbruch der Wirtschaftskrise, eröffnet. Der Betreiber der Linzer Puls City Ernst Kirchmayr mit der Pfeiffer-Gruppe, der Architekt Christoph Achammer und der Fruchtsafthersteller Rauch investierten 343 Millionen Euro. (APA, 13.5.2013)

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