User-Protest gegen Adobes Abo-Modell

13. Mai 2013, 09:58
57 Postings

Eine Online-Petition hat bereits über 9.000 UnterstützerInnen

Adobes Ankündigung, die Programme der Creative Suite unter anderem Photoshop), nur mehr im Abo zu verkaufen, hat einen regelrechten Proteststurm losgetreten. Auf Change.org wurde eine Petition gestartet, die bereits über 9.000 UnterstützerInnen gefunden hat.

Abo-Preise

Ab 17. Juni sollen neue Versionen von Photoshop, Illustrator, InDesign und weiteren Anwendungen in der Creative Cloud zur Verfügung stehen. Wie berichtet verlangt Adobe monatlich 92,24 Euro ohne Bindung, bei einem Jahresabo fallen 61,49 Euro im Monat an. Einzelne Anwendungen können um 24,59 Euro gemietet werden. Wer schon aktuell die CS6 einsetzt, zahlt monatlich 24,59 Euro. Das Abo-Modell bietet Adobe schon seit längeren zusätzlich zum klassischen Einzelverkauf an.

Selbstständige betroffen

Derek Schoffstall, der die Online-Petition gestartet hat, kritisiert, dass das Abo-Modell den NutzerInnern langfristig teurer komme. Davon betroffen seien kleine Unternehmen und Selbstständige, die einzelne Anwendungen kaufen und diese über mehrere Jahre nutzen. Unternehmen, die komplette Programm-Suites einsetzen und im von Adobe vorgesehenen Zyklus aktualisieren, können bei längerer Laufzeit hingegen etwas besser aussteigen.

Lizenz wird über Cloud überprüft

Etwas missverständlich ist dabei Adobes Verwendung des "Cloud"-Begriffs. Die Programme laufen nicht in einem Browser, sondern werden weiterhin lokal am Rechner installiert. Über die Creative Cloud sollen die einzelnen Anwendungen besser zusammenspielen, zudem stellt Adobe 20 GB Online-Speicher zur Verfügung. Über die Cloud wird regelmäßig überprüft, ob das Abo noch gültig ist.

NutzerInnen befürchten höhere Preise

NutzerInnen, die die Petition unterschrieben haben, befürchten unter anderem, dass Adobe die Abo-Preise jederzeit anheben könnte. Andere glauben, dass Adobe mit neuen Software-Versionen neue File-Formate einführen könnte, die zu ihren bisherigen Anwendungen inkompatibel sein könnten. In diesem Fall seien sie gezwungen auf das Abo-Modell umzusteigen. Das Anliegen der Petition wird bei jeder Unterstützung an die Konzern-Führung übermittelt.

Neuer Schwung für Konkurrenz

Nicht alle AnwenderInnen stehen Adobes Entscheidung so negativ gegenüber. Gegenüber Wired erklärte der Fotograf Mikkel Aaland etwa, dass das Abo-Modell wohl der einzige Weg für Adobe sei zwischen 99-Cent-Apps und Cloud-Diensten bestehen zu können. Gleichzeitig könnte es der Konkurrenz neuen Schwung verleihen, wenn nun mehr NutzerInnen nach Alternativen suchen. (red, derStandard.at, 13.5.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    NutzerInnen fühlen sich von Adobes Abo-Plänen vor den Kopf gestoßen und haben nun eine Online-Petition gestartet.

Share if you care.