Bangladesch plant höhere Löhne für Textilarbeiter

12. Mai 2013, 20:06
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Dhaka - Die Regierung von Bangladesch hat nach den schweren Fabrikunfällen höhere Löhne für die Arbeiter der Textilbranche angekündigt. Dafür sei ein Ausschuss zur Einführung eines höheren Mindestlohnes eingerichtet worden, an dem sowohl Gewerkschaften als auch Fabrikbesitzer teilnehmen sollten, sagte Textilminister Abdul Latif Siddique der Nachrichtenagentur AFP.

"Kein Zweifel, die Löhne werden erhöht", sagte Siddique. Die Regierung habe dabei auch die steigenden Lebenshaltungskosten der mehr als drei Millionen Textilarbeiter berücksichtigt.

30 Euro Durchschnittslohn im Monat

Der Durchschnittslohn liegt in der Branche derzeit bei weniger als 40 Dollar (rund 30 Euro) im Monat. Papst Franziskus hatte zuletzt von "Sklavenarbeit" in Bangladeschs Textilindustrie gesprochen. Besonders problematisch sind die teils lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen, da in Bangladesch die Sicherheitsvorkehrungen oft nicht eingehalten werden.

Bei dem Einsturz eines mehrstöckigen Fabriksgebäudes nahe der Hauptstadt Dhaka vor knapp drei Wochen waren mehr als 1.100 Menschen getötet worden. Das Unglück sorgte für massive Proteste gegen die Arbeitsbedingungen und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in den Textilfabriken des Landes, in denen auch zahlreiche westliche Marken ihre Kleidung produzieren lassen. (APA, 12.5.2013)

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    Rund 30 Euro verdienen Näherinnen in Bangladesh im Monat. Papst Franziskus hat von Sklavenarbeit gesprochen.

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