Israel wegen russischer Raketendeals in Sorge

12. Mai 2013, 19:06
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Putin will Vereinbarung mit Syrien einhalten - Blauhelme auf dem Golan wieder frei

Damaskus/Jerusalem/Moskau - Israel ist wegen Berichten über einen noch heuer bevorstehenden Raketendeal Russlands mit Syrien alarmiert und macht die Causa nun zur Chefsache: Wie der israelische Rundfunk am Sonntag meldete, plant Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in den nächsten Tagen eine Reise nach Moskau, wo er Präsident Wladimir Putin von der Lieferung von Raketenabwehrsystemen des Typs S-300 an Damaskus abbringen will.

Das Wall Street Journal hatte kürzlich berichtet, Israel habe die USA vor russischen Raketenlieferungen an das syrische Regime von Bashar al-Assad noch in diesem Jahr gewarnt. Russland hat betont, dass laufende Verträge erfüllt würden. Grundlage des Deals soll laut den Berichten eine Vereinbarung zwischen Moskau und Damaskus sein, die bereits 2010 getroffen wurde, also vor Beginn des Aufstands gegen Assad.

Der israelische Energieminister Silvan Shalom erklärte indes, die Lieferung des S-300-Systems an Syrien würde das Kräfteverhältnis in der Region entscheidend verändern. Besonders sorge man sich darüber, dass die Technologie in die Hände der libanesischen Hisbollah fallen könnte.

Die vier entführten philippinischen UN-Beobachter sind wieder frei, nachdem sie am Dienstag an der Waffenstillstandslinie zu den von Israel besetzten Golanhöhen von der syrischen Rebellengruppe Jarmuk-Märtyrer gefangen genommen worden waren. Laut Al-Jazeera wurden sie nun nach Israel gebracht. Manila erwägt den Abzug seines Kontingents aus der Undof-Mission. (red, DER STANDARD, 13.5.2013)

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