Bloomberg wegen Datenschutzes in der Kritik

12. Mai 2013, 16:56
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US-Notenbank, Finanzministerium und Kunden wollen prüfen, ob vertrauliche Informationen missbraucht wurden

Washington - Der Finanzdienstleister Bloomberg steht wegen seines Umgangs mit Kundendaten unter Druck. Die US-Notenbank, das US-Finanzministerium und weitere Kunden kündigten am Wochenende Untersuchungen an, inwieweit vertrauliche Informationen verletzt wurden. "Wir schauen uns die Lage an und sind mit Bloomberg in Kontakt, um mehr herauszufinden", sagte eine Sprecherin der Notenbank Fed.

Kein Zugriff mehr für Journalisten

Journalisten von Bloomberg News konnten bisher einige Kundendaten der etwa von Banken, Händlern und Hedgefonds genutzten Bloomberg-Computerterminals abrufen - etwa, wann diese sich zuletzt eingeloggt, wie oft sie das Messaging-System genutzt oder für welche Themenfelder sie sich interessiert haben, etwa Aktien oder Anleihen. "Als der Fehler erkannt wurde, haben wir unverzüglich gehandelt", schrieb Bloomberg-Chef Daniel Doctoroff in einer Stellungnahme.

Journalisten hätten schon seit vorigen Monat keinen Zugriff mehr auf diese Daten, nachdem sich ein Kunde beschwert hatte. Diese hätten auch zuvor nicht sehen können, welche Artikel von Kunden gelesen oder welche Wertpapiere sie sich angeschaut haben. Zudem sei die Stelle eines Datenschutzbeauftragten geschaffen worden. Dieser solle sicherstellen, dass Mitarbeiter der Nachrichtenagentur keinen Zugriff auf vertrauliche Kundendaten mehr erhalten.

Beschwerde von Goldman Sachs

Den Stein ins Rollen gebracht hatte eine Beschwerde von Goldman Sachs. Ein Partner der US-Bank wurde von einem Bloomberg-Reporter nach dem Beschäftigungsverhältnis eines Kollegen befragt - mit dem Hinweis, dass sich dieser schon einige Zeit nicht mehr in seinen Terminal eingeloggt habe. Goldman Sachs war bis dahin nicht bewusst, dass Journalisten Zugang zu solchen Informationen hatten.

Für Bloomberg arbeiten weltweit etwa 2.400 Journalisten. Der Konzern hat mehr als 315.000 Terminal-Abonnenten. Sie sorgten 2012 für einen Großteil des Jahresumsatzes von 7,9 Milliarden Dollar. Thomson Reuters, die Mutter der Nachrichtenagentur Reuters, konkurriert mit Bloomberg. Reuters-Journalisten hätten keinen Zugang zu vertraulichen Kundendaten, hieß es in einer Stellungnahme von Thomson Reuters. (APA, 12.5.2013)

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    US-Notenbank, Finanzministerium und Kunden wollen prüfen, ob beim Finanzdienstleister Bloomberg Informationen durchgesickert sind.

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