Mauthausen-Gedenken im Zeichen der Retterinnen und Retter

12. Mai 2013, 16:37
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Komitee-Vorsitzender Mernyi vor mehr als 10.000 Teilnehmern: "Wahrscheinlich extremster Fall von zivilem Mut"

Mauthausen - Die diesjährige internationale Befreiungsfeier im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen ist am Sonntag im Zeichen der Retterinnen und Retter gestanden. Stellvertretend für sie führte die Mühlviertlerin Anna Hackl den Gedenkzug an, deren Familie geflohenen KZ-Insassen Unterschlupf gewährt hatte. Die Veranstalter zählten mehr als 10.000 Teilnehmer. Zahlreiche Überlebende und internationale Delegationen waren zu der Feier gekommen.

"Extremster Fall von zivilem Mut"

"Wir gedenken heuer ganz besonders jener aufrechten, mutigen Frauen und Männer, die der menschenverachtenden Diktatur der Nationalsozialisten Widerstand leisteten", sagte Moderatorin Mercedes Echerer.

"Es waren nichts als gewöhnliche Menschen", sagte der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, über die Retter. Er berichtete vom "wahrscheinlich extremsten Fall von zivilem Mut" und davon, dass zwei Drittel der Helfer Frauen gewesen seien. Zivilcourage - "Hinschauen statt Wegschauen" - sei im Gedenken besonders wichtig, so Mernyi. Zuvor wurde an den Widerstandskämpfer, Schutzbundführer und sozialdemokratischen Landesparteisekretär Richard Bernaschek erinnert und ein ökumenischer Wortgottesdienst gefeiert.

Im Februar 1945 waren bei der sogenannten Mühlviertler Hasenjagd mehr als 500 geflohene Häftlinge gejagt worden. Nur von etwa einem Dutzend Menschen ist bekannt, dass sie überlebt haben. Zwei davon waren russische Kriegsgefangene, die Anna Hackls Familie unter Gefahr für das eigene Leben auf ihrem Bauernhof versteckte. In Mauthausen und seinen 49 Nebenlagern hielten die Nationalsozialisten rund 200.000 Menschen aus 70 Nationen gefangen. Geschätzte 90.000 überlebten diese Vernichtungsmaschinerie nicht. (APA, 12.5.2013)

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    Gedenkfeier in Mauthausen am Sonntag.

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