2:7 - finnische Lehrstunde für Österreich

11. Mai 2013, 20:11
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Gastgeber im sechsten Match der Vorrunde eine Nummer zu groß für das ÖEHV-Team - zwei Goals in Unterzahl ließen kurzfristig hoffen

Helsinki - Keine Chance für das österreichische Eishockey-Nationalteam am Samstag gegen Gastgeber Finnland: In seinem sechsten WM-Spiel kassierten die Österreicher einen Tag nach dem 2:1 nach Penaltyschießen gegen die Slowakei gegen den Weltranglisten-Zweiten mit 2:7 (0:2,0:1,2:4) seine bisher heftigste Niederlage bei den Titelkämpfen.

Damit hält die ÖEHV-Auswahl vor ihrem letzten Match in Gruppe H am Montagabend gegen Russland (19.15 Uhr) weiter bei fünf Punkten. Deutschland (4 Punkte) und Lettland (3), zwei Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, treffen am Samstagabend aufeinander (19.15).

Keine leichte finnische Schulter

Die Österreicher waren zwei Drittel lang gegen groß aufspielende Finnen chancenlos, kämpften sich aber dank tollem Rückhalt von Torhüter Bernhard Starkbaum und zwei Unterzahl-Toren völlig unerwartet zurück ins Spiel. Die plötzlich erwachte Hoffnung auf die Sensation währte aber nur sieben Minuten, ehe die Finnen mit einem Doppelschlag alles klar machten.

Während Welser eine Fünfminutenstrafe (plus Spieldauerdisziplinar) absaß, verwertete zu Beginn des Schlussdrittels zunächst Robert Lukas einen Vanek-Pass zum 1:3 (41.), zwei Minuten später verkürzte Raphael Herburger gar auf 2:3 (43.). Doch die über das gesamte Spiel klar überlegenen Finnen legten danach wieder zu und ließen sich den Sieg nicht nehmen. Lauri Korpirkoski, ihr einziger NHL-Spieler bei dieser WM, im Powerplay (50.) und Niklas Hagman 56 Sekunden später (51.) entschieden die Partie endgültig. Jarno Koskiranta (56.) und Veli-Matti Savinainen (58./PP) sorgten noch für einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg.

Umstellungen

Österreichs Teamchef Manny Viveiros stellte im fünften Spiel innerhalb von sieben Tagen um. Er verschaffte Verteidiger Johannes Reichel seinen ersten WM-Einsatz zu Lasten des angeschlagenen Rekord-Teamspielers Gerhard Unterluggauer. Daniel Welser stürmte statt Manuel Latusa in der ersten Linie mit Thomas Koch und Thomas Vanek.

An Angriff war jedoch vorerst nicht zu denken, stattdessen mussten sich die Österreicher furios startender Gegner erwehren. Bereits nach 69 Sekunden hatte Antti Pihlström die erste große Chance, doch der erneut hervorragend haltende Keeper Bernhard Starkbaum konnte parieren. Aber schon nach neun Minuten lag man doch 0:2 zurück: In der 5. Minute traf Pihlström zum 1:0, Veli-Matti Savinainen erhöhte vier Minuten später. Davor hatte Vanek die Chance auf den Ausgleich, ihm versprang jedoch der Puck (7.).

Am Ende fehlte auch die Luft

Österreich lieferte dem zweifachen Weltmeister fortan einen beherzten Abwehrkampf und hielt den Rückstand in Grenzen. Petri Kontiola erhöhte sein Torkonto im Powerplay auf sechs (28./PP2), ehe die Österreicher in Unterzahl plötzlich herankamen. Die Verwirrung im Lager der Finnen währte jedoch nur kurz. Zudem ging Österreich im Finish zunehmend die Luft aus, die vielen Phasen in Unterzahl machten sich bemerkbar.

12.121 Zuschauer hatten in der Hartwall-Arena für tolle Stimmung gesorgt, nicht jeder aber war auf den Gegner auch gut vorbereitet: "Der Bär ist erlegt (Anm.: Sieg gegen Russland am Freitag), nun bringt uns die Känguruhs", war auf einem Transparent zu lesen. (APA/rob - 11.5. 2013)

ERGEBNIS, Eishockey-WM Gruppe H in Helsinki:

Finnland - Österreich 7:2 (2:0,1:0,4:2).

Tore: Pihlström (5.), Savinainen (9., 58./PP), Kontiola (28./PP2), Korpirkoski (50./PP), Hagman (51.), Koskiranta (56.) bzw. Lukas (41./SH), Herburger (43./SH)

Finnland: Ortio - Lepistö, Hietanen; Laakso, Mantyla; Vaananen, Jalasvaara; Kukkonen, Melart - Savinainen, Kontiola, Aaltonen; Salminen, Korpikoski, Koskiranta; Haataja, Viitaluoma, Pihlström; Hagman, Anttila, Hytonen

Österreich: Starkbaum - A. Lakos, Pöck; Schumnig, R. Lukas; Altmann, F. Iberer; Reichel - Hundertpfund, Herburger, M. Raffl; Welser, Koch, Vanek; Kristler, Schuller, M. Iberer; Latusa, Oberkofler, Baumgartner; Peintner

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    Österreichs Keeper Bernhard Starkbaum stemmte sich bravourös gegen die finnische Sturmflut, wurde aber doch sieben Mal überwunden.

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    Zünftig wurde es nach einer Kollision von Stürmer Herburger mit dem finnischen Keeper Ortio.

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    Finnenhumor...

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