Nach Salzburg-Wahl: Haslauer will Schwarz-Grün-Stronach

11. Mai 2013, 20:08
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Auch SPÖ bietet Grünen, die als Gewinner aus der Landtagswahl am vergangenen Sonntag ginggen, eine Koalition an

Salzburg - In Salzburg könnte es eine Regierungs-Koalition von ÖVP, Grünen und Team Stronach geben: ÖVP-Landesparteichef Wilfried Haslauer, voraussichtlich Salzburgs künftiger Landeshauptmann, sagte am Samstag im ORF-Radio, er könne sich zwar auch eine schwarz-rote "Koalition der Verlierer" vorstellen. Aber: "Es gibt eine Präferenz, die habe ich. Die geht in Richtung Schwarz-Grün-Stronach. Aber ob das wirklich am Ende der Verhandlungen herauskommt, das kann ich jetzt nicht sagen."

Haslauer meinte, dass es innerhalb der Volkspartei eine Tendenz zu einer Koalition dieser drei Parteien gebe, das wisse er aus unzähligen Mails, Anrufen und Begegnungen. Aber man müsse sich genau anschauen, "was richtet man an, wenn man Kombinationen eingeht, welche Möglichkeiten, Vorteile, Nachteile gibt es." Er sei ein "strukturierter Mensch", führe jetzt Vorgespräche mit allen Fraktionen. Danach werde er dem Parteipräsidium vorschlagen, mit wem er offizielle Regierungsverhandlungen führen will.

SPÖ bietet Grünen Koalition an

Die Salzburger SPÖ bietet den großen Gewinnern der Landtagswahl vom vergangenen Sonntag, den Grünen, eine Koalition an, bei der Grünen-Chefin Astrid Rössler die Position der Landeshauptfrau bekleiden soll. Die dritte Partei im Bunde für eine Landtagsmehrheit soll das Team Stronach sein. Das sagte der Salzburger SPÖ-Chef Walter Steidl zur Tageszeitung "Österreich" (Sonntagausgabe).

Hauptziel der SPÖ sei aber nach wie vor eine Koalition mit den Grünen und der ÖVP. Aber: Der Vertreter der stärksten Partei, in diesem Fall ÖVP-Chef Wilfried Haslauer, hätte nicht automatisch das Recht auf den Landeshauptmann, sagte Steidl. Der neue SPÖ-Chef schloss für sich persönlich aber aus, Landeshauptmann zu werden.

Die Grünen gaben sich gegenüber dem SPÖ-Angebot ausgesprochen reserviert. Fraktionsführer Cyriak Schwaighofer sagte: "Es ist und bleibt unser erklärtes Ziel, eine breite Koalition mit ÖVP und SPÖ einzugehen. In den vergangenen Jahren sind derart viele Reformen einfach liegen geblieben. Daher brauchen wir eine breite Arbeitsbasis, um das alles nachzuholen und aufzuarbeiten. Erst wenn diese gemeinsame Arbeitsgrundlage der drei stärksten Parteien im Land Salzburg scheitern sollte, dann werden wir über das aktuelle SPÖ-Angebot nachdenken", so Schwaighofer .

Die ÖVP war bei der Landtagswahl am 5. Mai mit 29 Prozent als stimmenstärkste Partei hervorgegangen. Nach den Vorgesprächen mit der SPÖ und der FPÖ am Freitag sowie mit den Grünen und dem Team Stronach am kommenden Montag wird Haslauer dem ÖVP-Parteipräsidium am Dienstagvormittag seinen Vorschlag unterbreiten, mit wem er offiziell verhandeln will. Darüber wird dann das Präsidium entscheiden. (APA, 11.5.2013)

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