US-Entführungen: DNA-Test beweist Vaterschaft von Castro

10. Mai 2013, 19:21
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Staatsanwaltschaft prüft Todesstrafe für Hauptverdächtigen

Cleveland - Die kleine Tochter der jahrelang in Cleveland gefangen gehaltenen Amanda Berry ist das leibliche Kind des hauptverdächtigen Entführers. DNA-Tests hätten ergeben, dass Ariel Castro der Vater der Sechsjährigen sei, erklärte der Justizminister des Bundesstaats Ohio, Mike DeWine, am Freitag. In dem Fall prüft die Staatsanwaltschaft derzeit, die Todesstrafe für Castro zu fordern.

Castro droht Todesstrafe

Die Forensiker hätten nach Erhalt des DNA-Materials am Donnerstag "die ganze Nacht durchgearbeitet", erklärte DeWine. Dem 52-jährigen Castro wird vorgeworfen, Berry sowie Gina DeJesus und Michelle Knight zwischen 2002 und 2004 entführt und jahrelang gefangen gehalten und missbraucht zu haben. Die Frauen waren am Montag aus seinem Haus in Cleveland befreit worden.

Bezirksstaatsanwalt Timothy McGinty sagte, er wolle den Verdächtigen verantwortlich machen "für jeden Akt der sexuellen Gewalt, Vergewaltigung, jeden Entführungstag, jeden verbrecherischen Angriff, alle seine versuchten Morde und jeden Mord, den er durch den Abbruch von Schwangerschaften begangen hat". In Ohio könne die Todesstrafe bei Mord im Laufe einer Entführung verhängt werden. Castros Haus nannte er eine "Folterkammer und privates Gefängnis im Herzen unserer Stadt".

Kaution von acht Millionen Dollar

Castro wird derzeit Entführung und Vergewaltigung in drei Fällen sowie Entführung in einem Fall - dem des Kindes - vorgeworfen. Die Anklage könnte aber erweitert werden: Castro soll unter anderem zumindest eine der Frauen brutal misshandelt haben, um Schwangerschaften zu beenden. Bei der Gerichtsanhörung setzte die Richterin eine Kaution von acht Millionen Dollar (6,1 Millionen Euro) fest, um sicherzustellen, dass Castro nicht vor oder während des Prozesses auf freien Fuß kommt.

Castros Tochter Angie Gregg sagte dem Sender CNN in einem am Freitag ausgestrahlten Interview, sie wolle ihren Vater "nie wieder sehen". Sie habe "kein Problem damit", ihn aus ihrem Leben zu verbannen. Was sie die vergangenen Tage gehört und erfahren habe, sei "wie ein Horrorfilm, in dem wir die Hauptpersonen sind".

Gregg fügte hinzu, dass nun viele Eigenarten Sinn machten, "etwa, wie sehr er sein Haus verriegelt hat" und dass er öfter mal für eine Stunde von einem Familienabend verschwunden sei. Kürzlich habe er ihr zudem auf dem Handy ein Bild eines Mädchens gezeigt, vermutlich Berrys und seine Tochter. Auf Greggs Äußerung, die Kleine habe Ähnlichkeiten mit ihrer jüngeren Schwester, sagte Castro demnach: "Nein, das ist nicht mein Kind. Das ist das Kind einer Freundin von mir." (APA, 10.5.2013)

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