ManCity und Wigan um ihre einzige Titelchance

10. Mai 2013, 19:14
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Meister oder Abstiegskandidat, einer muss die Saison mit leeren Händen beenden - Scharner erster Österreicher im Finale

Hätte man vor der Saison in Wigan damit spekuliert, an ihrem Ende mit mehr Titel als der amtierende Meister Manchester City zu Buche stehen zu haben, das Gelächter hätte nicht lange auf sich warten lassen. Nun sind die Latics nur noch ein Spiel von dieser Bilanz entfernt. In der 132. Saison des FA Cups steht die Mannschaft von Paul Scharner den Citizens am Samstag im Finale in Wembley gegenüber.

Scharner, derzeit vom Hamburger SV an Wigan verliehen, ist übrigens der erste Spieler österreichischer Staatsbürgerschaft, der dieses älteste Finale des Klubfußballs am Feld miterleben darf. ORF Sport+ überträgt aus diesem Anlass am Samstag ab 18:15 live von dort, wo sich zwei Wochen später Bayern München und Borussia Dortmund um die Champions League-Trophäe raufen werden. Wigan gilt an diesem Wochenende als Außenseiter. Das von Roberto Martinez gecoachte Team ist trotz immer wieder aufblitzender Qualität in der Meisterschaft nur noch schwer vor dem Abstieg zu retten. 

Martinez will von Abgang nichts wissen

Am Weg ins Endspiel hatte man durchaus nicht das größte Lospech. Mit Milwall, Huddersfield, Macclesfield und Bournemouth hatte man vergleichsweise leichte Gegner. Nur Everton im Viertelfinale war eine schwierigere Hürde für Martinez & Co. Der Spanier selbst ist übrigens bei eben diesem Everton als Nachfolger von David Moyes im Gespräch. Titel und Abstieg würden seinen möglichen Abgang mit kaltwarmen Emotionsbädern versehen.

Der Spanier will die Spekulationen rund um seine Person vorerst nichts wissen: "Es gab keinen Kontakt und ein solcher wäre auch Zeitverschwendung. Alles was jetzt zählt ist Wigan und die nächsten acht Tage sind die aufregendsten der Klubgeschichte".

In der Premier League gab es in den beiden Spielen zwischen City und Wigan in dieser Saison zwei Siege für die Favoriten. Trotzdem wagt Mittelfeldspieler James MacArthur die Begegnung nicht schon im Vorfeld verloren zu geben: "Es gibt keinen Grund, warum wir das Finale nicht gewinnen können" . Für die Europa League ist das Team aus der 80.000-Einwohner-Stadt zwischen Liverpool und Manchester auf jeden Fall bereits fix qualifiziert, weil Manchester City im Falle eines Titels nächstes Jahr als wahrscheinlicher Vizemeister wohl trotzdem lieber Champions League spielen wird. 

Die Blues aus Manchester schalteten am Weg in die Schlussrunde Watford, Stoke, Leeds, Barnsely und Chelsea aus. Sie haben den FA-Pokal bereits fünf Mal und zuletzt 2011 gewonnen und stehen zum zehnten Mal im Endspiel. "Es ist wichtig, dass wir weiterhin Trophäen gewinnen", philosophierte deren Coach Roberto Mancini. Sein Team ist nach dem Meistertitel im Vorjahr diesmal in keinem anderen Bewerb besonders knapp an einem Erfolg gewesen und müsste eine dementsprechend enttäuschende Saison retten. (red, derStandard.at, 10.5.2013)

 

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    Wigan Athletic und Manchester City kämpfen am Samstag um den Traditionspokal schlechthin

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