Diese Modeketten werden für ihre Produktionsbedingungen kritisiert

10. Mai 2013, 18:28
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H&M: Hennes & Mauritz ist ein schwedisches Textilhandelsunternehmen und der weltweit größte Abnehmer von in Bangladesch hergestellter Kleidung. Der erste Laden mit günstiger Mode eröffnete 1947. Erstmals in der Kritik stand der Konzern 2007, weil Baumwolle aus Usbekistan verwendet wurde, die nachweislich auch von Kindern gepflückt wird.

Seit 2008 kooperiert H&M mit Unicef, 2010 forderte der Konzern zusammen mit Tchibo und Gap die Regierung in Bangladesch dazu auf die Mindestlöhne (derzeit 36,5 US-Dollar im Monat) anzuheben, weigerte sich jedoch von sich aus höhere Löhne zu zahlen. "Weil die Fabriken für verschiedene Unternehmen anbieten, ist das schwer zu kontrollieren", so ein Sprecher.

- Jahresumsatz 2012: 16,19 Milliarden Euro

- Mitarbeiter: rund 104.000

- Filialen: 2800

- Tätig in: 49 Ländern


C&A: Die C&A Mode GmbH ist ein Bekleidungsunternehmen mit Sitz in Brüssel und Düsseldorf und wurde 1841 von der Familie Brenninkmeijer gegründet. Im 2001 publizierten Schwarzbuch Markenfirmen wird C&A "Ausbeutung, sexuelle Belästigung und andere Missstände in Zulieferbetrieben" vorgeworfen, im November 2010 erscheint ein Fernsehbericht, dass der Konzern in "Sweatshops" in Großbritannien produzieren lässt.

Beim Brand der Tazreenfabrik, die für C&A produziert hat, kamen im November 2012 mehr als hundert Menschen ums Leben, weil Notausgänge und Fenster zum Teil vergittert waren. Der Konzern erklärte, zusammen mit Kik und El Corte Inglés, ein Entschädigungspaket zu unterstützen.

- Jahresumsatz 2011/2012: 6,8 Milliarden Euro

- Mitarbeiter: rund 36.000

- Filialen: 1500

- Tätig in: 20 Ländern


Primark: Der irische Textildiscounter setzt seine Preise besonders niedrig an, ein Kindershirt ist bereits um zwei Euro zu haben. "Wer ein T-Shirt für zwei Euro kauft, muss wissen, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlen muss", kommentierte Hubertus Thiermeyer von der Gewerkschaft Verdi den Konzern.

Als Konsequenz seiner Dumpingpreise steht Primark besonders stark in der Kritik, wenn ein Unglück in den Herstellerfabriken publik wird. Das 1969 gegründete Tochterunternehmen des britischen Lebensmittelkonzerns Associated British Foods war eines der Ersten, das nach dem Einsturz der Fabrik in Dhaka Entschädigungszahlungen angeboten hat. "Wir werden uns für Gebäudesicherheit einsetzen", kündigte ein Sprecher an.

- Jahresumsatz 2011: 3,78 Milliarden Euro

- Mitarbeiter: rund 28.000

- Filialen: 260

- Tätig in: 8 Ländern


Kik: Kik, Deutschlands größte Textildiscounter-Kette, gehört zur Unternehmensgruppe Tengelmann und wurde 1994 gegründet. Die Initiative "Clean Clothing"  wirft dem Unternehmen vor, keine Daten zu den Lieferanten in Billiglohnländern zu veröffentlichen und konnte bisher bei drei Zulieferern massive Arbeitsrechtsverletzungen nachweisen.

Kik passte nach massiver Kritik den Verhaltenskodex an, mehr als der gesetzliche Mindestlohn wird jedoch nicht bezahlt. Im September 2012 kam es in einer Fabrik in Pakistan zu einem Brand mit mehr als 250 Toten. "Kritisch" und "mit aller Konsequenz"  suche Kik nun nach den Ursachen, warum in der Fabrik in Dhaka "indirekt" für sie produziert wurde, schreibt eine Sprecherin.

- Jahresumsatz 2011: 1,69 Milliarden Euro

- Mitarbeiter: rund 21.000

- Filialen: 3200

- Tätig in: 8 Ländern


Benetton: Die italienische Benetton Group, 1965 ins Leben gerufen, gehört nicht zu den Discountern in der Modebranche. Als Fotos von Benetton-Hemden in den Trümmern der illegalen Textilfabrik die Runde machten, räumte das Unternehmen ein, ebenfalls dort Aufträge verteilt zu haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Benetton eine Zusammenarbeit mit der Firma New Wave Style, welche die Fabrik betrieb, bestritten.

"Einmalig"  habe man 200.000 Hemden bestellt, mit dem Zulieferer werde man in Zukunft nicht zusammenarbeiten, heißt es in einer Aussendung. Benetton liegt seit 1991 mit dem Mapuche-Stamm in Argentinien im Clinch, die einst von der Länderei vertrieben wurde, die jetzt dem Unternehmen gehört. (juh, DER STANDARD, 11./12.5.2013)

- Jahresumsatz 2011:  2,05 Milliarden Euro

- Mitarbeiter: rund 9500

- Filialen: 6000

- Tätig in:  120 Ländern

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