Liechtensteiner verkaufen Telecom-Betrieb

10. Mai 2013, 16:37
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Telekom Austria ebenfalls in Liechtenstein aktiv

Die Liechtensteiner Regierung will das unrentable Geschäft der staatlichen Telecom an die Swisscom verkaufen. In der Mai-Sitzung befasst sich das Liechtensteiner Parlament ein erstes Mal mit dem 23-Millionen-Geschäft. In Liechtenstein ist auch die Telekom Austria vertreten.

Parlament muss noch absegnen

Die Regierung in Vaduz begründete am Freitag die Neuausrichtung des Telecom-Geschäfts im Zusammenhang mit dem Verkauf der Telecom Liechtenstein an die Swisscom nochmals eingehend. Das von der Vorgänger-Regierung eingefädelte Geschäft muss vom Parlament, dem Landtag, abgesegnet werden. Dies muss bis Juni geschehen, weil das Swisscom-Angebot nur bis Ende Juni gilt.

Der Verkauf einer 75-Prozent-Beteiligung bedeutet eine Reintegration der Liechtensteiner Telecom in die Swisscom. Die Liechtensteiner hatten sich 1997 von der Swisscom gelöst und ihre eigene Telecom-Firma gegründet.

Die Strategie ging allerdings schief. Die Telecom Liechtenstein sah und sieht sich mit einem zunehmend schrumpfenden Segment in der Festnetztelefonie konfrontiert. Anders sieht die Situation für die Swisscom aus: Für sie geht es um neue Kunden.

Sinkende Margen in der Festnetztelefonie

Die Regierung von Regierungschef Adrian Hasler bestätigte schon früher gemachte Analysen und zeichnete am Freitag die Grundproblematiken der Telekommunikation in Liechtenstein auf: Das sind sinkende Margen in der Festnetztelefonie, fehlende Kompensationsmöglichkeiten für weggebrochene Erträge sowie der generell zu kleine Markt.

Vorgesehen ist, die Telecom Liechtenstein nach dem Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung als Swisscom-Tochter weiterzuführen, und zwar unter dem Namen Swisscom (Liechtenstein) AG. Durch den Verkauf verlieren insgesamt 50 Beschäftigte, die Hälfte der Belegschaft, ihre Arbeit. Für sie wurde ein Sozialplan erarbeitet.

Die Regierung Hasler ist überzeugt, dass sie mit der Umstrukturierung auf das richtige Pferd gesetzt hat. Die Kooperationsstrategie mit der Swisscom sichere der Bevölkerung und den Unternehmen im Fürstentum langfristig eine hochstehende Dienstleistungs- und Versorgungsqualität zu wettbewerbsfähigen Preisen. (APA, 10.5.2013)

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