Brahimi zieht Rücktritt zurück

10. Mai 2013, 18:19
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Libanons Präsident kritisiert indirekt Hisbollah

Damaskus/Beirut - Uno-Sonderbeauftragter Lakhdar Brahimi hat angesichts der Chancen auf mögliche Verhandlungen zwischen den syrischen Kriegsparteien seine Rücktrittsankündigung zurückgezogen. Allerdings war am Freitag nicht klar, ob Brahimi der gemeinsame Emissär von Uno und Arabischer Liga bleiben würde. Die Liga hat den syrischen Sitz bereits an die - von nur einem kleinen Teil der Opposition gebildeten - Exilregierung übergeben, was von Brahimi als Ende seines Mandats angesehen wurde.

In "Genf 2", wie der Arbeitstitel der von Russland und den USA gemeinsam geplanten Konferenz lautet, sollen aber syrische Regimevertreter mit der Opposition über eine Übergangslösung verhandeln. Die Reaktionen auf die Konferenzpläne fallen auf beiden Seiten bisher noch verhalten aus.

Inzwischen schaukelt sich die Rhetorik des syrischen Regimes und der libanesischen Hisbollah, die mit Syrien und dem Iran verbündet ist, gegen Israel auf. Präsident Bashar al-Assad sagte, Syrien werde auf jeden weiteren Angriff Israels auf Syrien "schmerzhaft" antworten. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sagte am Donnerstag, die Hisbollah erwarte von Syrien Waffen, "die die Spielregeln ändern" würden.

Libanons Präsident kritisiert indirekt Hisbollah

In diese Auseinandersetzung griff am Freitag der libanesische Präsident Michel Suleiman ein: Er wiederholte seine Forderung, dass die Waffen der Hisbollah in einen nationalen libanesischen Verteidigungsplan eingebunden werden sollten und nur zur Verteidigung libanesischen Territoriums dienen dürften. Dieser Plan Suleimans ist nicht neu: Da der libanesische Staat zu schwach ist, um die Hisbollah-Miliz zu entwaffnen, will man ihre Waffen wenigstens nominell unter die libanesische Kontrolle stellen - ohne viel Aussicht auf Erfolg.

Nicht nur die schiitische Hisbollah kämpft in Syrien, auch immer mehr libanesische Sunniten ziehen in den Krieg, sie kämpfen gegen Assad. Der libanesische Daily Star berichtete, dass mindestens 36 Männer aus Tripoli in Syrien vermisst sind, von weiteren drei wurde der Tod bestätigt. Nachdem die Hisbollah offiziell verkündet hatte, dass sie in Syrien mitkämpft, erließen radikale sunnitische Scheichs im Libanon Fatwas, dass der Jihad gegen Assad in Syrien Pflicht sei. (guha, DER STANDARD, 11./12.5.2013)

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