Birnenförmige Atomkerne nachgewiesen

12. Mai 2013, 12:04
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Forscher untersuchten kurzlebige Isotope von Radium und Radon

Genf/Köln - Bei Forschungen am CERN konnte ein internationales Team von Wissenschaftern nachweisen, dass einige Atomkerne eine ungewöhnliche Form annehmen können, berichtet die Universität zu Köln: Nämlich die einer "Birne". Die Forschungsergebnisse wurden in "Nature" veröffentlicht.

Die meisten natürlich existierenden Atomkerne sind nicht rund, sondern haben eine elongierte Form, die der eines Rugbyballs ähnelt. Einige Atomkerne können jedoch auch eine birnenähnliche Form annehmen: In diesem Fall konzentriert sich an einem Ende des Kerns mehr Masse als an dem anderen.

Birnen unter Rugbybällen

Bisher konnten Isotope, für die eine birnenähnliche Form berechnet und vorhergesagt wurde, mit den vorhandenen Methoden nicht experimentell bestimmt werden. Die Wissenschafter unter Leitung der Uni Liverpool konnten nun mittels einer speziellen Anlage am CERN, dessen Kernstück das in Köln entwickelte Gammaspektrometer MINIBALL ist, und der Methode der Elektromagnetischen Anregung von nachbeschleunigten instabilen Schwerionen eindeutige Schlüsse über die Kernform ziehen. So konnten die Kernformen zweier kurzlebiger Isotope, des Radon-Isotops 220Rn und des Radium-Isotops 224Ra, erfolgreich bestimmt werden.

Die Daten zeigen, dass 224Ra birnenförmig deformiert ist, 220 Rn diese Form dagegen nicht permanent annimmt. Die neuen Ergebnisse stehen im Widerspruch zu einigen Kernstruktur-Theorien und sollen dabei helfen, andere Modelle zu verfeinern. (red, derStandard.at, 12. 5. 2013)

 

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