London zieht Teil seines Botschaftspersonals aus Libyen ab

10. Mai 2013, 16:08
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Vorübergehende Maßnahme wegen Belagerung von zwei libyschen Ministerien

Tripolis/London - Großbritannien zieht vorübergehend einen Teil seines Botschaftspersonals aus der libyschen Hauptstadt Tripolis aus Sicherheitsgründen ab. Aufgrund von Sicherheitsbedenken angesichts der "anhaltenden politischen Unsicherheit" im Land werde ein Teil des Personals zurückbeordert, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums am Freitag in London. Die Vertretung bleibe aber geöffnet und für konsularische und Visa-Angelegenheiten weiterhin zuständig, fügte er hinzu.

London traf die Entscheidung demnach wegen der Belagerung von zwei libyschen Ministerien durch Milizionäre seit Ende April. Zwar waren die mit Maschinengewehren und Luftabwehrgeschützen ausgerüsteten Fahrzeuge vor dem Justiz- sowie dem Außenministerium am Mittwoch abgezogen, allerdings setzten die in Militäruniformen gekleideten Kämpfer ihren Protest ohne Waffen fort. Abgezogen würden nun Mitarbeiter der britischen Botschaft, die mit den Ministerien zusammenarbeiteten, sagte der Sprecher des britischen Außenministeriums weiter.

Ministerpräsident wird Kabinett umbilden

Die Milizen hatten zunächst den Ausschluss von Unterstützern des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi aus dem Staatsdienst gefordert. Das libysche Parlament verabschiedete auf ihren Druck hin vor wenigen Tagen ein entsprechendes Gesetz. Mehrere Kämpfer verlangten dann aber den Rücktritt von Ministerpräsident Ali Seidan. Dieser gab am Mittwoch bekannt, er werde "in den kommenden Tagen" sein Kabinett umbilden.

In der Stadt Benghazi im Osten von Libyen warfen Unbekannte unterdessen mehrere Sprengsätze auf zwei Polizeistationen. Nach Angaben eines Vertreters der Sicherheitskräfte wurde niemand verletzt. Es gab aber enorme Sachschäden, auch in der Nähe geparkte Autos wurden beschädigt. Die einstige Protesthochburg Benghazi wird immer wieder von Angriffen erschüttert, für die die Behörden radikale Islamisten verantwortlich machen. (APA, 10.5.2013)

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