Frauen an Klagemauer in Jerusalem mit Eiern beworfen

10. Mai 2013, 16:13
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Ultraorthodoxe störten die Frauen beim Gebet - Das Gericht erlaubte den Frauen jedoch ihr religiöses Ritual

Jerusalem - Zahlreiche jüdische Frauen haben am Freitag unter Polizeischutz an der Klagemauer in Jerusalem gebetet und wurden von ultraorthodoxen Gläubigen gestört. Etwa 400 Frauen hätten teilgenommen, sagte die Sprecherin der Organisation Frauen der Mauer, Shira Pruce.

Frauen dürfen zwar getrennt von den Männern an der Klagemauer beten, jedoch sind die von den Aktivistinnen verwendeten religiösen Insignien wie Gebetsschals und das laute Vorlesen aus der Tora traditionell Männern vorbehalten.

Stolz und glücklich

Es war das erste Mal, dass die Frauen von den Sicherheitskräften Unterstützung erhielten, nachdem ihnen ein Gericht im vergangenen Monat das Recht zum freien Gebet an der Mauer zugesprochen hatte. Pruce sprach von einem historischen Ereignis. "Wir sind sehr stolz und glücklich", sagte sie.

Die Polizei habe rund 1.000 Ultraorthodoxe auf Distanz zu den Frauen gehalten, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Die GegnerInnen der Aktion versuchten, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen, und warfen Wasserflaschen, Müllsäcke, Plastikstühle und Eier auf die PolizistInnen und die Frauen. Einige beschimpften die Sicherheitskräfte als "Nazis". Zwei PolizistInnen wurden leicht verletzt, fünf Männer wurden festgenommen. Nach Ende ihres Gebets wurden die Frauen von der Polizei zu einem Bus eskortiert. Das Fahrzeug wurde mit Steinen beworfen, wie Rosenfeld sagte.

Seit 20 Jahren aktiv

Die Organisation "Frauen der Mauer" kämpft seit mehr als 20 Jahren für das Recht gläubiger Jüdinnen, an der Klagemauer nach eigenen Vorstellungen zu beten. Traditionell sind das Tragen von Gebetsschals und das laute Lesen aus der Tora Männern vorbehalten. Strenggläubige Juden und Jüdinnen empfinden das Verhalten der Feministinnen daher als Provokation. Sie störten daher immer wieder die monatliche Aktion der Aktivistinnen. Mehrfach wurden zudem betende Frauen von der Polizei festgenommen.

Im April entschied jedoch ein Gericht, dass nicht die Frauen die öffentliche Ordnung störten, sondern vielmehr ihre Gegner das Problem seien. Das Gericht erlaubte den Frauen deshalb, nach ihren Vorstellungen an der Klagemauer zu beten. (APA, 10.5.2013)

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    Die "Frauen der Mauer" am Freitag in Jerusalem an der Klagemauer mit religiösen Insignien, die Männern vorbehalten sind.

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