Sharif rechnet mit Comeback als Pakistans Premier

10. Mai 2013, 17:55
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Der regierenden Volkspartei PPP droht eine verheerende Niederlage

Islamabad - Freitag, 0.00 Uhr: Die Wahlkampagne in Pakistan ist offiziell beendet. Wie selten zuvor prägte Gewalt die Wochen vor dem Urnengang am Samstag, bei dem mehr als 86 Millionen aufgerufen sind, ihre Stimme abzugeben. Formal besehen ist es das erste Mal seit der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1947, dass eine zivile Regierung in Pakistan die Macht an eine demokratisch gewählte Nachfolgeregierung abgibt - doch im Hintergrund bleibt das Militär nach wie vor der maßgebliche Machtfaktor.

Der regierenden Volkspartei PPP von Präsident Asif Ali Zardari droht eine verheerende Niederlage. Die besten Aussichten auf einen Wahlsieg hat nach einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage die Muslim-Liga (PML-N) von Nawaz Sharif, der schon zweimal Premierminister war. Danach folgt die Tehreek-e-Insaf (PTI) des ehemaligen Kricket-Spielers Imran Khan. Die bisher regierende PPP wird diesen Daten zufolge bloß auf dem dritten Platz landen.

Khan gibt nicht auf

Zünglein an der Waage könnte tatsächlich der Neueinsteiger Khan werden, sollte sich Sharifs PML-N doch nicht eindeutig genug durchsetzen. Der Exsportler, der trotz seiner 60 Jahre das Image eines Playboys pflegt, erhofft sich massive Unterstützung vor allem von den jungen und urbanen Wählern, die Misswirtschaft und Korruption leid sind. "Dieses Mal haben die Menschen eine Alternative. Bisher konnten sie nur zwischen zwei Übeln wählen", sagt Khan, der trotz seiner schweren Verletzungen nach einem Sturz von einer Bühne nicht daran denkt aufzugeben.

Sharif rechnet indes fest mit einem Comeback als Premier und hat ein ehrgeiziges Programm aufgestellt: Die Staatsausgaben sollen um 30 Prozent sinken, damit internationale Geldgeber wieder Milliarden fließen lassen. "Privatisierungen, freie Marktwirtschaft, Deregulierung - das waren Markenkerne unserer Partei in der Regierung. Wir werden daran wieder anknüpfen", kündigte Sharif in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an. (gian, DER STANDARD, 11./12.5.2013)

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