Jupp Heynckes geht mit Wehmut

10. Mai 2013, 14:58
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Ende der Amtszeit beim FC Bayern auch "Abschied aus der Bundesliga" - Abstiegskandidat Werder empfängt Frankfurt

Jupp Heynckes geht "mit Wehmut" in sein letztes Heimspiel als Bundesliga-Trainer. Der 68-Jährige bestätigte vor der Partie gegen den FC Augsburg, dass das Ende seiner Amtszeit beim FC Bayern auch sein "Abschied aus der Bundesliga" sein wird. "Nach Bayern München ist es sicher kein Ziel mehr, in der Bundesliga einen Verein zu übernehmen", sagte Heynckes am Freitag. Konkret zu seiner Zukunft will er sich erst nach der Saison äußern.

Gegen Augsburg wird Heynckes am Samstag die bestmögliche Bayern-Elf aufbieten. "Ich lasse eine Mannschaft spielen, die identisch sein kann mit der, die ich im Champions-League-Finale spielen lasse", kündigte er an. Von den Final-Anwärtern fehlt nur Verteidiger Jerome Boateng wegen einer Gelb-Sperre. Die Meisterfeierlichkeiten nach dem vorletzten Ligaspiel würden nicht zu ausschweifend verlaufen, kündigte Heynckes an: "Wir feiern natürlich mit gebremstem Schaum. Jeder weiß, wie weit er gehen kann."

Präsentation auf dem Rathausbalkon

Im Anschluss an die Party im ausverkauften Stadion fahren die Meisterkicker in die Innenstadt zur traditionellen Präsentation auf dem Rathausbalkon. "Der FC Bayern wird zum FC Feiern", kündigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an. Den Spielern gab er grünes Licht: "Die Mannschaft hat sich das ganze Jahr diszipliniert zurückgehalten, jetzt dürfen sie schon feiern."

Inwiefern die Profis dem nachkommen, wird sich zeigen. "Wir versuchen, das zu genießen", erklärte David Alaba, "aber natürlich haben wir noch höhere Ziele vor uns." Richtig abgehen soll die Post nach dem Champions-League-Finale am 25. Mai in London gegen Dortmund und dem Cup-Endspiel gegen Stuttgart am 1. Juni.

Werder gegen den Abstieg

Auch für Werder-Coach Thomas Schaaf könnte es das letzte Heimspielein, wie die Zeitungen bereits Tage vor dem Spiel spekulierten. Als Tabellen-14. liegen die Bremer, die eigentlich um die internationalen Plätze mitkämpfen wollten, lediglich drei Punkte vor dem Relegationsplatz 16. Während die Mehrheit der Werder-Fans weiter geschlossen hinter Schaaf zu stehen scheint, bröckelt im Hintergrund der Rückhalt. Trotz Vertrages bis 2014 wird eine Trennung im Sommer immer wahrscheinlicher.

Erstmals gab Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, der als Schaaf-Vertrauter gilt, Überlegungen über personelle Konsequenzen nach dem letzten Spieltag preis. "Nach der Saison werden wir hier jeden Stein umdrehen. Dann werden wir über Personen sprechen", sagte Fischer der "Bild"-Zeitung (Freitag). Sportdirektor Thomas Eichin wies in den vergangenen Tagen darauf hin: "Wir bringen jetzt gemeinsam die Saison zu Ende. Dann setzen wir uns hin und diskutieren die Situation." Raum für Interpretationen ist damit vorhanden.

Schaaf auf die Partie gegen Frankfurt konzentriert

Bei Schaaf selbst scheint die Kritik offenbar keine Wirkung zu hinterlassen. "Ich bin sehr auf die Partie gegen Frankfurt konzentriert. Alles andere spielt keine Rolle", sagte er am Freitag. "Alles, was drumherum kommentiert und interpretiert wird, kommt nicht an die Mannschaft heran", betonte der 52-Jährige.

Verlassen kann sich Werder auf die Unterstützung der Fans: Wie vor einer Woche beim 2:2 gegen Hoffenheim wird das Weserstadion mit 42.100 Fans ausverkauft sein. Aus dem Österreicher-Trio fehlt mit dem suspendierten Marko Arnautovic fix. Sebastian Prödl wird in der Abwehr erwartet, Zlatko Junuzovic ist nach seiner Magen-Darm-Grippe zumindest fit. Geschenke der Frankfurter darf Werder aber keine erwarten, die Hessen können mit einem Sieg die Europa-League-Qualifikation perfekt machen. (APA; 10.5.2013)

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    "Ich lasse eine Mannschaft spielen, die identisch sein kann mit der, die ich im Champions-League-Finale spielen lasse"

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