Studie: Personaler haben nun lautere Stimme

10. Mai 2013, 17:02
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Human-Resources-Verantwortliche (HR) sind aus ihren Nebenrollen nun in der Mitgestaltung der Unternehmensstrategie angekommen, sagt die größte heimische Studie zum Thema

Sich selbst im Eigenbild strategische Gestaltungsfunktion einzuräumen zeugt von Selbstbewusstsein: 70 Prozent der von Deloitte befragten Personaler aus 251 heimischen Unternehmen sehen sich so. Dass diese Angaben der HR allerdings von Vorständen und Geschäftsführern bestätigt werden, zeugt von einer wesentlichen und tatsächlichen Aufwertung der früher gern in administrativen oder servicierenden Nebenrollen positionierten Personalarbeit.

Die in den vergangenen Jahren schon so viel zitierte Rolle als "Businesspartner" mit gewünschter strategischer Beratungskompetenz darf allerdings auch aufgrund der unterschiedlichen Firmengrößen differenziert betrachtet werden. (Manche sind operativ freigespielt, andere haben darauf starken Fokus.)

Großes Thema Leadership

Die Prioritäten bei den Themen, nämlich Leadership, Talentmanagement und Employer-Branding (siehe Grafik), unterstreichen die Rolle als Weiterentwickler zentraler Herausforderungen in Organisationen. Dies auch unter dem mittlerweile erkannten Zusammenhang von nachhaltigem Unternehmenserfolg und Qualität von Leadership.

Steuerung der Personalkosten, Entwicklung einer HR-Strategie und Unternehmensrestrukturierung werden als Top drei der strategischen Schwerpunkte in den kommenden zwei Jahren genannt. Offenbar sieht sich HR nun auch als klar steuernde Einheit, denn 66 Prozent nennen als Schwerpunkt "innen" die Standardisierung von Prozessen und Richtlinien, gefolgt von besserer IT-Unterstützung.

40 Prozent sehen Verbesserungsbedarf in der "Servicequalität und Kundenorientierung" der HR, und fast die Hälfte sieht Bedarf, an HR-Kompetenzen und HR-Rollen zu arbeiten. So kommen nun auch Karrierewege in der Personalabteilung in Mode, es wird am Berufsbild gearbeitet.

Die Studienautoren von Deloitte ergänzen dazu, dass mittlerweile in großen Unternehmen die HR-Leitung gern aus dem Kerngeschäft oder aus einer Supportfunktion (Finanz) rekrutiert wird, die HR-interne Spezialisierungsbewegung also ihren Gegentrend erfährt.

Twitter bleibt selten

Überraschend, dass über 60 Prozent der Personaler Social Media noch nicht strukturiert nutzen, 40 Prozent gar nicht - lediglich 20 Prozent schöpfen die volle Breite der Social Media für ihre Arbeit aus. HR-Controlling sieht die aktuelle Befragung als "großteils umgesetzt".

Big Data, also die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen, um Kosten, Bedarf und Möglichkeiten aufzuzeigen, sei "das Neue". 20 Prozent der Befragten arbeiten schon mit Simulationen und funktionsübergreifenden Auswertungen. Anmerkung der Studienautoren: " Qualifizierte Aussagen in Richtung Finanzchef und Geschäftsleitung erhöhen die Glaubwürdigkeit von HR unschätzbar." (kbau, DER STANDARD, 11./12.5.2013)

  • Das nennen heimische Personalabteilungen in den kommenden zwei Jahren als Schwerpunkte: Themen wie altersgerechtes Arbeiten oder Gesundheitsvorsorge fehlen.
    grafik: standard, quelle: deloitte

    Das nennen heimische Personalabteilungen in den kommenden zwei Jahren als Schwerpunkte: Themen wie altersgerechtes Arbeiten oder Gesundheitsvorsorge fehlen.

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