Erfolgreich sein geht nur mit Frauen

13. Mai 2013, 09:58
13 Postings

Zum Thema "Erfolgsfaktor Frau: Quote & Co im Wirksamkeitstest" wurde im Woman Talk Business Symposium diskutiert

"Wer nur an eine Hälfte denkt, ist am Ende nur halb so gut"  – Cornelia E. Hulla, Head of Corporate Human Resources der GEA Group, war nur eine der zahlreichen Vortragenden im Rahmen des Women Talk Business Symposium 2013, das diesen Montag auf Einladung von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in den Räumen der Diplomatischen Akademie in Wien abgehalten wurde.

Unter dem Titel "Erfolgsfaktor Frau: Quote & Co im Wirksamkeitstest"  wurde Good Practice aus den unterschiedlichen Branchen und Unternehmen ausgetauscht – vier grobe Themenblöcke bildeten dafür den inhaltlichen Rahmen: "Betriebswirtschaftlicher Nutzen von Frauenförderung" , "Mismatching von karriereorientierten Frauen und Unternehmen" , "Für Frauenförderung notwendiger Wandel in der Unternehmenskultur"  und "Frauenfördernde Maßnahmen für kleine und mittelgroße Unternehmen" .

Gendergerechtigkeit schaffen

Einiges an statistischem Material und Vergleichsdaten zu Geburten- und Beschäftigtenraten und zu Vereinbarkeitsthemen im Allgemeinen kam auch von Cornelia E. Hulla, die in ihrem Vortrag "Frauenquoten – Hilfe! Woher nehmen und nicht stehlen?" zu Frauenkarrieren im technischen Bereich sprach. 

Die GEA Group bietet Systemlösungen für die Nahrungsmittelverarbeitung und für eine sparsamere Nutzung von Energieressourcen im B2B-Bereich an. Mehr als 5,7 Milliarden Euro hat das Unternehmen 2012 umgesetzt und beschäftigte im selben Jahr rund 24.500 Mitarbeiter weltweit. Das Unternehmen, sagt Hulla, möchte den viel zitierten War for Talents vor allem bei den Technikern gewinnen. Wie jede andere Firma in der Branche sei man permanent auf der Suche nach Technikern – und vor allem Technikerinnen.

Sie zu finden sei schon schwierig – nicht nur in Österreich absolvieren zu wenig Frauen technische Studien, es handelt sich um ein nahezu europaweites Phänomen. Die Frauen zu halten bzw. ein ernst zu nehmendes (eben auch) familienfreundliches Unternehmen zu sein oder zu werden sei die logische Konsequenz. Durchschnittlich seien in der GEA Group fast 19 Prozent Frauen tätig, im Führungskreis seien es 13 Prozent Frauen. Hulla: "Da sind wir noch ein Stück von der Gendergerechtigkeit entfernt", gibt sie zu – es existiere aber ein Plan, wie sich das verändern soll.

Diversity und verpflichtende Trainings

2011 wurde ein "systematisches Diversity-Management"  eingeführt, sagt Hulla. Das sei auch notwendig, weil man im Jahr um rund zehn Prozent wachse und dabei auf immer mehr Ingenieure an­gewiesen sei, so die HR-Chefin weiter. Diversity-Management ist eine eigene Funktion in der Corporate HR – für die Professionalisierung dieser Art müsse man und habe man entsprechend "Geld in die Hand genommen" und sich auf die Dimensionen Gender, Nationalität/Internationalität, Alter, Qualifikation, Mobilität & flexibles Arbeiten fokussiert. Familienservice und Kinderbetreuung gehören in großen Unternehmen fast schon dazu.

So einfach, wie sich das theoretisch darstellen lasse, falle das Ganze nicht wie selbstverständlich auf fruchtbaren Boden: Verpflichtende Trainings bilden unter anderem ein paar Stationen auf der Reise zu durchgängiger Diversity & Inclusion, so Hulla weiter. Alle Dimensionen ziehen sich durch sämtliche Unternehmensbereiche bis hin zum Employer-Branding. 

Selbstzweifel beiseitelassen

Notwendige Grundlage für Vorhaben dieser Natur: das Bekenntnis zu einer sehr spezifischen Leadership. Diese könne genau der Faktor sein, der letztlich einen Unterschied mache – eben auch bei jenen, die man gerne ins Unternehmen holen und dann auch halten will. Ein Tenor, der im Rahmen des eintägigen Symposiums gefunden wurde. Einig war man sich auch darüber, dass sich frauenfördernde Maßnahmen auszahlen – auch eine Quote, weil diese den Druck zu verändern verstärke und somit notwendige Veränderungen schneller vonstatten gehen. Immer wieder die Frage, was beim Karriereweg geholfen habe – auch an Hulla. "Mein größtes Learning" , sagt sie, "meine Selbstzweifel beiseitezulassen und zu den Aufgaben, die mir angeboten wurden – eben wie Männer das tun – einfach einmal Ja zu sagen." (Heidi Aichinger, DER STANDARD, 11./12.5.2013)

  • Cornelia E. Hulla ist Head of Corporate Human Resources bei der GEA Group. Sie sprach über die Notwendigkeit, Diversity-Management zu professionalisieren und durchgängig zu implementieren. 
    foto: standard/urban

    Cornelia E. Hulla ist Head of Corporate Human Resources bei der GEA Group. Sie sprach über die Notwendigkeit, Diversity-Management zu professionalisieren und durchgängig zu implementieren. 

Share if you care.