Voest-Chef gegen Stahl-Subventionierung

10. Mai 2013, 11:49
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Wien/Linz - Voest-Chef Wolfgang Eder ist weiter strikt gegen Subventionen für die Stahlindustrie. Er geht davon aus, dass im Sektor in Europa Überkapazitäten von 40 bis 50 Millionen Tonnen bestehen, während die OECD sogar 80 Millionen Tonnen Überkapazität errechnet habe.

Von der Politik gebe es widersprüchliche Signale, kritisiert Eder im "Format"-Interview: Während einerseits der Eindruck vermittelt werde, man brauche in Europa keine Stahlindustrie, werde zugleich alles daran gesetzt, Werksschließungen zu verhindern. Aus seiner Sicht sollte man Schließungen den Managern überlassen, die öffentliche Hand solle aber im Fall des Falles Unterstützung für Arbeitsstiftungen, Sozialpläne und Umschulungen geben.

Bis zum Sommer werde EU-Industriekommissar Antonio Tajani seinen "Steel Action Plan" vorlegen, erinnerte Eder, der auch Präsident des europäischen Stahlverbandes Eurofer ist. "Das Wort Aktionsplan weckt vielleicht zu hohe Erwartungen", schränkt er ein. Ziel sei es, "einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, der möglichst groß ist, um zu klären, wie man die horrenden Überkapazitäten in der europäischen Stahlindustrie geordnet zurückfahren und ihr damit wieder eine Perspektive geben kann". (APA, 10.5.2013)

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    Eder kritisiert die Politik: Diese vermittle den Eindruck, man brauche keine Stahlindustrie, setze aber alles daran, Werksschließungen zu verhindern.

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