Noch einmal die Liste

13. Mai 2013, 16:56
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Die Auswahl von "The World's 50 Best Restaurants" weist lächerliche Unzulänglichkeiten auf

Nichts ist leichter, als zu erkennen, dass die Lis­te "The World's 50 Best Restaurants" vor lächerlichen Unzulänglichkeiten strotzt.

Die Verabschiedung der französischen Küche auf die hinteren Ränge, die peinliche Dichte europäischer Küchenkonzepte und -chefs unter den angeblich besten Restaurants Asiens, vor allem aber die Inthronisierung einer überholten Art von Show-Gastronomie, bei der sich die Güte eines Restaurants über dessen Talent zur Effekthascherei definiert: All das zeugt davon, dass die Liste ebenso hatscht wie die ihr zugrunde liegende Idee eines "besten Restaurants der Welt".

Was freilich nichts daran ändert, dass sie als massiver Trendverstärker wirkt und ein global bedeutsames Marketinginstrument geworden ist. In der englischsprachigen Welt, aber auch in Nord- und Osteuropa oder in Lateinamerika (wo Michelin keine Sterne vergibt) ist die Zugkraft der Liste unerreicht.

Dass das Steirereck nunmehr in den Top Ten der Welt gereiht ist, kann im Tourismusland Österreich kaum überschätzt werden. Entscheidend ist dabei, womit Familie Reitbauer so spektakulär punkten konnte: mit bedingungslosem Fleiß und langem Atem, vor allem aber mit dem Mut zu genuiner, radikaler Kreativität. Dass sie die einzigen Österreicher auf der Liste sind, ist hart. Ungerecht ist es nicht. (Severin Corti, DER STANDARD, 11.5.2013)

>> Nachlese: El Celler de Can Roca bestes Restaurant 2013, Steirereck Neunter

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    Viel Rauch um nichts... Massiver Trendverstärker und global bedeutsames Marketinginstrument ist "The World's 50 Best Restaurants" auf jeden Fall.

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