Deutschland: Sympathie für Bezahlmodell der "taz"

10. Mai 2013, 12:11
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"Spiegel Online", "Zeit Online" und sueddeutsche.de lassen Sympathien für Paid-Content-Modell der "taz" erkennen

Das dürfte den Axel Springer Verlag freuen. Also jenes Medienhaus, das seit Jahren für die Einführung von Bezahlschranken trommelt - und zwar am liebsten verlagsübergreifend, mit allen großen Onlinemedien im Boot. Bei kleineren Springer-Portalen wurde sie bereits umgesetzt, größere wie bild.de dürften bald folgen.

Am letzten Tag der Internetkonferenz Republica in Berlin diskutierte eine Runde von Onlinern über Finanzierungsmodelle für Onlinejournalismus.

Erstmals ließ eine breitere Allianz deutscher Onlinemedien Sympathien für Bezahlschranken erkennen, berichtet der deutsche Branchendienst kress.de. "Jetzt sind wir gezwungen, zusammen ein neues Modell zu entwickeln", sagte der Chefredakteur von "Zeit Online", Jochen Wegner, laut kress.de. Auch Stefan Plöchinger, Chefredakteur von süddeutsche.de, plädiert für "Experimente". Verlage müssten ihre Onlineableger von der Leine lassen, eine Probierkultur sollte entstehen.

"taz"-Einnahmen als Vorbild

Wie kress.de weiter berichtet, stößt das Modell der "taz" auf Interesse bei den anderen Verlagen. Leser können beim Abruf von Artikeln entscheiden, ob sie dafür zahlen oder nicht, also auf rein freiwilliger Basis. Die Gesamteinnahmen von "taz-zahl-ich" beliefen sich im Jahr 2012 auf rund 56.000 Euro, wie im "taz"-Blog" zu lesen war. Zum Vergleich: taz.de kam im April auf rund fünf Millionen Visits, sueddeutsche.de auf 46,5 Millionen, "Zeit Online" erreichte 30 Millionen und "Spiegel Online" als Krösus verbuchte 213 Millionen Visits.

Ein Bezahlmodell, das bei vielen anderen funktionieren könne, wie Stefan Plöchinger glaubt: "Ich glaube, dass unsere Marken relativ viele Fans haben, die bereit sind, dafür zu zahlen." Auch Wegner von "Zeit Online" wird von kress.de folgendermaßen zitiert: "Eigentlich müssten alle Leute nach Berlin pilgern." Um die Bezahlschranke der "taz" zu studieren. (red, derStandard.at, 10.5.2013)

  • Das Modell der "taz", zahlen auf freiwilliger Basis, könnte Schule machen.
    foto: screenshot/www.taz.de

    Das Modell der "taz", zahlen auf freiwilliger Basis, könnte Schule machen.

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