Freilichtmuseum mit Schimmelsprung

    10. Mai 2013, 16:58
    5 Postings

    Eine Runde von Gars am Kamp führt vorbei an den Ausgrabungen auf dem Schanzberg zu einer Ruine mit Ausblick

    Die Höhen des unteren Kamptales erweckten schon früh das Interesse der Archäologen. Sie fanden auf dem Schanzberg und der Holzwiese - hoch über dem malerischen Gars - nicht nur Spuren einer bronzezeitlichen Siedlung, sondern auch eine slawische Festung aus dem 9. Jahrhundert sowie die Relikte der ältesten Kirche Österreichs nördlich der Donau. Die Rekonstruktion des Südtores der Anlage sowie sehr hilfreiche Informationstafeln machen das Gelände zu einem höchst interessanten Freilichtmuseum, das obendrein den Vorteil einer prachtvollen Aussicht auf den Kamp und dessen Umgebung bietet.

    Die konservierten Spuren der Vergangenheit bilden einen Höhepunkt auf einer sehr abwechslungsreichen und interessanten Runde, auf der man den kurzen Abstecher zur idyllischen Ruine Schimmelsprung nicht auslassen sollte, die ebenfalls eine beeindruckende Aussicht gewährt.

    Florenz' Frauen am Kamp

    Gars war im frühen Mittelalter Sitz der Babenberger, ehe diese nach Melk und später nach Wien übersiedelten. Der Name leitet sich vermutlich vom slawischen "gorica" ab, was Höhe oder Höhensiedlung bedeutet.

    Übrigens war Gars auch Urlaubsdomizil des berühmten Operettenkomponisten Franz von Suppé, der dort seinen Boccaccio schrieb. Das bekannte " Florenz hat schöne Frauen" entstand also nicht am Arno, sondern am Kamp.

    Ein Teil der Runde ist durch die Kreationen eines Bildhauers "behübscht" , die unter dem Motto "Kunst in der Natur" stehen. Mit diesen hat man sich abzufinden.

    Die Wege sind gut markiert und beschildert, ein kurzer Straßenmarsch spielt bei dem geringen Verkehr keine Rolle.

    Die Wanderroute: Von Gars quert man ans rechte Ufer des Kamp und folgt vorerst den Wegweisern "Tautendorfer Rundweg" talwärts. Dann geht es auf der blauen Markierung nach rechts und einer weiten Serpentine auf ein Aussichtsplateau, wo es die ersten Informationstafeln über die Ausgrabungen gibt. Gehzeit eine Dreiviertelstunde. Es folgt der etwa viertelstündliche Abstecher zur Ruine Schimmelsprung und zurück. Nun weiter auf der blauen Markierung durch den ehemaligen slawischen "Fürstensitz" bis zur Straße und auf dieser nach links bis Tautendorf. Gehzeit ab Aussichtsplateau eine Dreiviertelstunde.

    Bald nach der Ortstafel zweigt nach links ein Weg ab (Wegweiser "Kunst in der Natur"), der kurz darauf gelb und grün markiert ist. Man überschreitet eine Höhe, wählt bei der Gabelung den nach rechts führenden, grün markierten Zweig und steigt durch den Heidlgraben nach Buchberg am Kamp ab. Gehzeit ab Tautendorf eine Dreiviertelstunde. Kurz nach den ersten Häusern schwenkt man nach links - Abzweigung leicht zu übersehen - auf den blau und später rot markierten Weg, auf dem man in einer weiteren Stunde nach Gars zurückkehrt. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 11.5.2013)

    • Das rekonstruierte Südtor der Ruine Schimmelsprung.
      foto: marktgemeinde gars

      Das rekonstruierte Südtor der Ruine Schimmelsprung.

    • Informationstafeln liefern interessante Details zur Ruine Schimmelsprung.
      foto: marktgemeinde gars

      Informationstafeln liefern interessante Details zur Ruine Schimmelsprung.

    • Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz 250 m. Gasthaus in Tautendorf (Mittwoch Ruhetag). ÖK25V Blatt 4317-Ost (Krems an der Donau), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt WK 073 (Thayatal, Znaim-Retz, Gars am Kamp), Maßstab 1:50.000.
Infos: Gars am Kamp
      grafik: der standard

      Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz 250 m. Gasthaus in Tautendorf (Mittwoch Ruhetag). ÖK25V Blatt 4317-Ost (Krems an der Donau), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt WK 073 (Thayatal, Znaim-Retz, Gars am Kamp), Maßstab 1:50.000.

      Infos: Gars am Kamp

    Share if you care.